Bücher für Startup Gründer:innen

6 Bücher für Startup Gründer:innen

Seline von Bergen

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Es gibt mittlerweile tausende (ok, wir haben sie nicht gezählt, aber etwas um den Dreh wird’s ja wohl sein!) Ratgeber und Bücher für Gründer:innen und Unternehmer:innen. Aber: Selbst wer wirklich gerne und schnell liest, hat keine Zeit, sich alle anzuschauen.

Wir haben uns deswegen in unserem Team umgehört und uns gefragt: Was lesen wir denn eigentlich? Welche Bücher liefern uns als Venture Builder:in, Designer:in, Growth Hacker:in, IT-Spezialist:in usw. in unserer Arbeit den grössten Mehrwert? Und welches Buch muss wirklich jeder Gründer und jede Gründerin unserer persönlichen Meinung nach unbedingt lesen?

Zusammengekommen sind 6 Bücher, aus denen wir viel für den Aufbau von Startups und unseren Alltag als Unternehmer:innen mitgenommen haben. Sie haben uns inspiriert, dienen uns als theoretische Grundlage oder als wertvolles Nachschlagewerk.

Aber tu dies, mach das, befolge jenes: Entrepreneure erhalten auf ihrem Weg viele Ratschläge – und hören viele Meinungen. Das ist auch gut so. Allerdings können (zu) viele Meinungen manchmal auch ganz schön verwirren. Bücher sind deshalb auch – oder gerade deswegen – in der schnelllebigen eine gute Möglichkeit, um sich einen ersten, fundierten (und meist emotionsfreien!) Grundstock an Wissen aufzubauen. Und am Ende entscheidest du selbst, was du mitnimmst, und was nicht. Wir wünschen dir viel Spass beim Lesen!

 

Lass die Mitarbeiter surfen gehen – der Gründer Yvon Chouinard erzählt die Erfolgsgeschichte hinter Patagonia

Am Anfang stehen die Werte, auf denen du dein Business gründen willst. Sie bilden das Fundament, auf dem alles steht – und gegebenenfalls auch fällt. Und aus genau diesem Grund empfiehlt dir Seline, unsere Marketing & Growth Hacking Expertin, unbedingt Lass die Mitarbeiter surfen gehen – die Erfolgsgeschichte von Patagonia zu lesen:

«Als Patagonia in diesem Jahr in den Schlagzeilen stand, weil der Gründer Yvon Chouinard beschlossen hatte, sein Unternehmen an Stiftungen und eine gemeinnützige Organisation zu verschenken, um damit sicherzustellen, dass die Gewinne in die Bekämpfung der Klimakrise fliessen, wurde ich neugierig. In Lass die Mitarbeiter surfen gehen erzählt der Gründer Yvon Chouinard die Geschichte hinter dem visionären Unternehmen und gibt Einblick in die Philosophie von Patagonia. Wer das gelesen hat, versteht, warum Patagonia dem Markt immer einen Schritt voraus ist – und es wahrscheinlich auch noch lange bleiben wird. Ein Buch, dass wirklich jede:r Gründer:in unbedingt lesen sollte!»

The Lean Product Playbook – das Playbook für Produkt-Entwicklung von Dan Olsen

Die Grundsteine für das richtige Mindset sind gelegt – aber wie entsteht darauf basierend jetzt ein richtig gutes Produkt? Unser Profi für Product- und UX-Design ist Jannik. Und er empfiehlt allen, die ein Produkt an den Markt bringen wollen, sich das The Lean Product Playbook anzuschauen:

«Ob in einem Start-up oder in einem großen, etablierten Unternehmen – grossartige Produkte zu entwickeln, welche die User:innen lieben, ist selten einfach. Das Playbook ist ein praktischer Leitfaden für die Entwicklung von Produkten, versehen mit einer Schritt für Schritt Anleitung und unzähligen Tipps & Tricks, welche die Chancen auf Erfolg deutlich verbessern.»

 

Startup Hacking – die praktische Anleitung für Startups von Tom Röthlisberger

Wenn du richtig durchstarten willst, brauchst du eine erste praktische Anleitung, die pragmatisch und auf das Wesentliche reduziert Schritt für Schritt erklärt, was du alles brauchst. Aus diesem Grund hat unser Co-Founder & Venture Builder Tom gleich selbst ein Buch geschrieben:

«Ich lese sehr gerne – aber für Sachbücher habe ich wenig Passion. Um ehrlich zu sein, lese ich selten ein Sachbuch komplett, sondern entdecke und nutze die besten Elemente und wende diese einfach an. Ich bin nicht ein Fan von grossen Theorien und ausschweifenden Prozessen. Viel mehr liebe ich pragmatische und passende Lösungsansätze. Aus diesem Grund habe ich das Buch Startup Hacking geschrieben. Es soll Gründer:innen als Reiseführer dienen und zeigen, wie z. B. der Problem Solution Fit bewiesen, die erste Finanzierung gesichert und das Startup zum Product Market Fit geführt werden kann. Startup Hacking enthält also alles, was Gründer:innen wissen müssen, damit ihr Startup die ersten drei Jahre erfolgreich am Markt überlebt – und wie die üblichen Fehler vermieden werden können.»

Startup Hacking – alles, was Gründer:innen wissen müssen!

Unser Co-Founder Tom Röthlisberger, selbst aktiver Startup Unternehmer und mehrfacher Angel Investor, verrät dir in seinem Buch Startup Hacking seinen kompletten Erfahrungs- und Methodenschatz:

Ich will dieses Buch!

Scaling Up – das Wachstums-Buch für Startups von Verne Harnish

Nachdem die ersten Schritte am Markt getan sind, muss sich ein Startup um Wachstum kümmern. Denn das passiert nämlich leider nicht einfach so. Und Wachstum bringt zusätzlich nochmals ganz andere Herausforderungen für ein Unternehmen mit sich. Richtig gut, weil unter anderem selbst erlebt und bewältigt, kennt sich damit unser Venture Architect Gabriel aus:

«In meiner bisherigen beruflichen Laufbahn durfte ich bereits u. a. sowohl für Startups, wie auch für etablierte Unternehmen und Corporates tätig sein. Nicht zuletzt auch als Gründer mit eigenem Unternehmen habe ich die verschiedenen Phasen, die ein Unternehmen durchläuft, selbst erlebt. Gründer:innen mit Wachstumsambitionen empfehle ich daher unbedingt Scaling Up von Verne Harnish. Das Buch behandelt kurz und bündig übliche Wachstumsschmerzen und liefert dazu einen übersichtlichen Framework. Das Managen von Angestellten, Liquidität und die Bedeutung von Strategie und Exekution nehmen nach der Gründung nochmals andere Züge an, auf die Gründer:innen besser vorbereitet sind. Das Buch ist natürlich keine vollständige Anleitung, aber es zeigt Gründer:innen Themen auf, welche man auf dem Radar haben sollte.»

 

Measure what matters – 10-faches Wachstum mit OKRs von John Doerr

Besser früher als später sollten Gründer:innen konzentriert messbare Ziele festlegen, die sie mit ihrem Team erreichen wollen. Die Ziele müssen dabei so definiert werden, dass sie gemessen werden können. Unsere Business Engineer Expertin Vesna erklärt, wie das am besten mit OKR’s gelingt:

«OKRs sind das Geheimnis hinter dem explosiven Wachstum von Unternehmen wie Google, Amazon oder Uber. Richtig angewandt, hilft diese Zielmanagementmethode, Motivation, Fokus und Orientierung in das typische Anfangschaos von Startups zu bringen und Wachstum besser zu managen. Measure What Matters erklärt, wie das Ganze funktioniert: Ziele (Objectives) definieren, was wir erreichen wollen, und die Schlüsselergebnisse (Key Results) geben an, wie diese wichtigen Ziele mit spezifischen, messbaren Aktionen innerhalb eines Zeitraums erreicht werden können. Im Diginlab sind wir richtige Fans von OKRs und wenden sie z.B. in unseren 6-wöchigen Experimenten an, in dem wir immer neue Ziele setzen, die uns in der aktuellen Herausforderung weiterbringen. OKRs helfen uns, diese Ziele zu erreichen, indem wir die Fortschritte wöchentlich verfolgen und den Fokus auf die wichtigsten Aufgaben legen.»

 

Stolen Focus – Konzentriert arbeiten mit dem Buch von Johann Hari

Last but not least: Wer den ganzen Tag vor dem Bildschirm sitzt und mit anderen remote an komplexen Projekten arbeitet, ist auf eine gute Konzentrationsfähigkeit angewiesen. Eine Herausforderung, die vor allem unser CTO Christian mit seinem IT-Team gut kennt. Sein Buchtipp zum Abschluss ist daher Stolen Focus: Why You Can’t Pay Attention:

«Stolen Focus zeigt schonungslos auf, was moderne Technologie mit unserer Aufmerksamkeit macht, und skizzierte möglich Auswege aus diesem Dilemma. Denn überall auf der Welt sinkt die Fähigkeit, sich konzentrieren zu können – Büroangestellte schaffen z. B. im Durchschnitt z. B. nur noch drei Minuten! Die gute Nachricht schon mal vorneweg: Die Unfähigkeit zur Konzentration ist kein persönliches Versagen – und wir alle können unseren Fokus zurückgewinnen, wenn wir wirklich wollen!»


6 Preismodelle für Startups: Mit der richtigen Preisstrategie zu mehr Umsatz

6 Preismodelle für Startups: Mit der richtigen Preisstrategie zu mehr Umsatz

Seline von Bergen

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In der heutigen Zeit ist es selten sinnvoll, den Preis für ein Produkt gemäss internen Überlegungen und Berechnungen festzusetzen. Die sogenannte Grundpreisgestaltung, bei welcher zu den Kosten eine Zielmarge addiert wird, hat ausgedient – denn sie ist zwar solide und einfach, aber sie lässt den von den Kund:innen wahrgenommenen Wert ausser Acht.

Ein grosser Fehler, denn da geht definitiv noch mehr! Schliesslich ist der Preis von allen Gewinntreibern – also Volumen, Preis und Kosten – nicht nur der stärkste, sondern auch derjenige, der schneller und effizienter als alle anderen realisiert werden kann.

Und die gute Nachricht: Es war noch nie so einfach! Technologische Innovationen haben in den letzten Jahren die Grundlagen geschaffen, um die Preisgestaltung auf ein neues Level zu heben.

Fortschritte in der Datenwissenschaft steigern laufend die Quantität und Qualität der Daten und decken damit komplett neues Potenzial auf, um Preise zu setzen. Und gleichzeitig ermöglicht unser Marketing eine hyper-Personalisierung.

Neue Ökosysteme erfordern also neue Preismodelle. Die profitabelsten Unternehmen sind dabei entsprechend diejenigen, die in der Lage sind, zu beurteilen, woher der Wert in den Augen ihrer Kund:innen kommt (und ihre Preisgestaltung entsprechend anpassen).

Wir haben dir hier die 6 wichtigsten und erfolgreichsten Preismodelle für Startups und innovative Unternehmen zusammengefasst (inspiriert von The Pricing Model Revolution), damit auch du dein Produkt erfolgreich vermarkten kannst:

Pay-per-use oder auch nutzungsbasierte Preise:

Du bezahlst nur, wenn du etwas nutzt. Die Zahlung an den Anbieter für ein Produkt oder eine Dienstleistung erfolgt entsprechend der tatsächlichen Nutzung.

Die Stärke dieses Modells liegt darin, dass die grösste Kaufbarriere – nämlich der hohe Anschaffungspreis – wegfällt. Die Kund:innen haben entsprechend nicht nur das Gefühl, weniger bezahlt zu haben, sondern sie erhalten dadurch auch Zugang zum «Premium-Segment».

Ein weiterer Vorteil ist die Erweiterung des Marktpotenzials: Neue Kundensegmente, die bei einem herkömmlichen Preismodell nicht die Möglichkeit oder die Absicht hätten, das Produkt zu kaufen, können es sich nun leisten, es zu nutzen. Von der Anpassung der Preisgestaltung an die Nutzung profitieren also vor allem Kund:innen, die ein Produkt selten, unvorhersehbar oder nur saisonal nutzen.

Dieses Preismodell ist entsprechend für (technologiebasierte) Produkte ideal, die einen hohen Kaufpreis aufweisen und die sich in einem Markt bewegen, in welchem:

  • …sich Präferenzen schnell ändern
  • …die Nutzung dynamisch, volatil und unvorhersehbar ist
  • …die Bereitschaft, ein Produkt ggf. gemeinsam zu nutzen, vorhanden ist.


Bekannte Beispiele, die Pay-per-use anwenden:

  • Fitness-Studios: Binden den Preis z. B. an bestimmte Betriebszeiten, um Überlastung zu vermeiden und/oder Express-Zugänge an Geräte zu ermöglichen
  • Autoversicherungen: Binden den Preis z. B. an gefahrene Kilometer
  • Autoreifenhersteller: Binden den Preis an die Performance der Reifen (je länger die Reifen halten, desto grösser sind die Einnahmen)

Outcome-based pricing oder auch ergebnisabhängige Preise:

Anders als beim Pay-per-use-Modell, bei dem sich der Preis an die Nutzung der Kund:in bindet, orientiert sich die ergebnisabhängige Preisgestaltung an der Leistung der Anbieter:in.

Mit diesem unkonventionellen Ansatz steigerte das Kunstzentrum Teatreneu seine Zuschauerquote um 35%, und der durchschnittliche Ticketpreis stieg um ganze 6 Euro.
Mit diesem unkonventionellen Ansatz steigerte das Kunstzentrum Teatreneu seine Zuschauerquote um 35%, und der durchschnittliche Ticketpreis stieg um ganze 6 Euro.

Wenn die Kund:innen also nicht die garantierten Ergebnisse erhalten, zahlen sie nicht. Auf der anderen Seite übernimmt der/die Verkäufer:in das Risiko. Das bedeutet, dass zwar zum einen die Gewinnspannen höher sind, zum anderen aber auch das Performance-Risiko. Die Risiken müssen dementsprechend unbedingt evaluiert werden und in das Produkt einfliessen.

Das Resultat (die Performance) setzt sich dabei aus 3 Elementen zusammen:

  1. Das Ergebnis muss in erster Linie für die Kund:innen wichtig und wesentlich sein.
  2. Es muss messbar sein.
  3. Es muss unabhängig sein. Weder dem Unternehmen, noch den Kund:innen oder einer dritten Partei darf es möglich sein, das Ergebnis zu verfälschen.

 

Je näher der Preis mit dem Wert einher geht, den die Kund:innen wahrnehmen, desto erfolgreicher. Dank neuen Technologien (Digitale Plattformen, Machine Learning, Cloud computing, IoT) ist es heute zum Glück gar nicht mehr so schwer, Preise an der Performance festzumachen.

Nicht zuletzt können die Preisanreize aus diesem Modell genutzt werden, um erwünschtes Verhalten zu belohnen und unerwünschtes Verhalten zu sanktionieren. Eine kontinuierliche Berichterstattung und Kommunikation mit den Kund:innen ist daher unerlässlich.


Bekannte Beispiele, die Outcome-based pricing anwenden:

  • Pay-per-click hat sich zum am weitesten verbreiteten Preismodell in der bezahlten Suchmaschinenwerbung entwickelt
  • Pharmaunternehmen (Pay-for-response): binden den Preis daran, wie ein:e Kund:in auf eine Behandlung über eine bestimmte Zeitdauer anspricht
  • Gesundheits-Versicherungen: binden die Raten an den BMI ihrer Kund:innen

Subscription Pricing oder auch Abo-Preise:

Auch im Abo-Preismodell entfällt der grosse Investitionsstress. Eine Win-Win-Situation für alle, denn die Kund:innen müssen keine hohen Fixkosten tragen und die Anbieter:innen können ihren Umsatz und die Gewinnspannen steigern.

Wer sich entscheidet, sein Produkt über ein Abonnementen-Modell zu vertreiben, entscheidet sich oft im gleichen Atemzug dazu, sein Angebot einen Schritt weg vom Produkt und damit näher Richtung Dienstleistung zu bewegen – denn es geht nicht mehr nur um einen einmaligen Verkauf, sondern viel mehr um die dauerhafte Beziehung, die zu den Kund:innen aufgebaut wird.

Der Motor des Wachstums ist dabei der vorhandene Kundenstamm. Die digitale Beziehung ermöglicht es, die Abonnent:innen kennenzulernen und ihnen gezielt zusätzliche Dienstleistungen und weitere Produkte anzubieten.

Im Jahr 2021 betrug der Wert der Abonnements – weltweit – 700$ Milliarden. Eine Summe, die sich bis 2027 verdreifachen und auf 2’100$ Milliarden weltweit ansteigen dürfte – ganz schön spannend also, da mitzumischen…


Bekannte Beispiele, die Subscription pricing anwenden:

  • Windeln oder Rasierklingen-Abos
  • Monatliche Lieferungen von Kaffeekapseln, Hundefutter oder Nudeln (z. B. Barilla)

Psychological pricing oder auch verhaltensorientierte Preise:

Kund:innen agieren bekanntlich nicht immer rational. Zum Beispiel bewerten wir einen Wein besser, wenn er teuer und/oder unsere Laune gut ist. Psychologische Faktoren spielen also eine wichtige Rolle, wenn es um unsere Zahlungsbereitschaft geht – und die gilt es zu nutzen.

In der verhaltensorientierten Preisgestaltung dreht sich dementsprechend alles um die Frage: Wie wird der Preis von unseren Kund:innen wahrgenommen und welche Reaktion wird dabei in ihrem Gehirn ausgelöst?

Hier 5 Beispiele aus der verhaltensorientierten Preisgestaltungs-Trickkiste, mit denen du die Wahl deiner Kund:innen steuern und deine Verkäufe stark erhöhen kannst (und zwar ohne dabei die Preise zu senken oder Sonderangebote zu machen!):

  • Tiefe Anschaffungskosten: Wer einen Drucker kaufen will, und dabei die Option 1 mit einem Kaufpreis von 510 CHF + 20 CHF pro Tintenkartusche oder die Option 2 mit einem Kaufpreis von 150 CHF + 50 CHF pro Tintenkartusche hat, dem erscheint die Option 2, obwohl diese auf ein Jahr ausgelegt genau gleich viel kostet (Option 1: 510 + 12×20 = 750 CHF vs. Option 2: 150 + 12×50 = 750 CHF), mit grosser Wahrscheinlichkeit viel attraktiver, weil der Anschaffungspreis – und damit die Haupthürde – deutlich tiefer ist.
  • Kompromisseffekt: Der Kompromisseffekt besagt, dass ein Produkt mit größerer Wahrscheinlichkeit aus einer Gruppe ausgewählt wird, wenn sich seine Eigenschaften nicht an den Extremen der Auswahl befinden. Wir wollen also im Restaurant zum Beispiel nicht den billigsten Wein, aber auch nicht den teuersten.
  • Die Magie der Ziffer 9: Die Zahl 0.9 erscheint uns bedeutend tiefer als die Zahl 1. In der Praxis enden daher viele Preise mit einer 9 (bspw. kostet ein Liter Benzin 1.69 statt 1.70 CHF). Das Unterschreiten der psychologischen Schwelle ermöglicht die Manipulation von Präferenzen, selbst wenn der angebotene Vorteil vernachlässigbar ist.
  • Gute Qualität ist teuer: Wir assoziieren tendenziell hohe Preise mit hoher Qualität (und tiefe Preise mit niedriger Qualität). Gerade Kund:innen, die sich mit den Produkten nicht so gut auskennen, greifen darauf zurück: Sie suchen nach Parametern, die sie als Richtlinien nutzen können und verlinken daher hohe Preise mit einer guten Performance – und sind damit am besten beeinflussbar.
  • Künstliche Knappheit: Impulskäufe werden vor allem durch künstlich erzeugte Knappheit erzielt. Wenn zum Beispiel der Kauf von einem Produkt rationiert wird (Du darfst max. 10 davon kaufen), werden im Schnitt doppelt so viele davon verkauft wie ohne Rationierung.

Freemuim:

Auch das Freemium (Free + Premium) Preismodell verführt unser Gehirn regelmässig, denn hierbei werden uns erste Funktionen kostenlos zur Verfügung gestellt, mit der Möglichkeit, auf weitere, damit verbundene Zahlungsfunktionen zuzugreifen.

Es geht also darum, möglichst viele Interessierte mit einem kostenlosen Angebot anzulocken. Die dahintersteckende Hoffnung ist, dass aufgrund der steigenden Vertrautheit mit dem Produkt (durch die Nutzung der Basisversion) die Zahlungsbereitschaft für weiterführende Leistungen steigt.

Damit Freemium effizient funktioniert, müssen folgende 4 Faktoren erfüllt sein:

  1. Verschiedene Marktsegmente mit Kundengruppen die unterschiedliche Bedürfnisse haben
  2. Tiefe variable Kosten (die Grenzkosten eines zusätzlichen Kunden oder einer zusätzlichen Kundin müssen gegen 0 tendieren)
  3. Freemium Kund:innen müssen als Botschafter:in für die bezahlte Version fungieren können
  4. Schrittweises Hinzufügen von Beschränkungen für die kostenlose Version (Einschränkungen z. B. in der Funktionalität, temporäre Nutzung, Kundentyp)

 

Also soll ich einfach Teile meines Produkts verschenken?! Nein, denn lass uns ehrlich sein: Nichts ist wirklich kostenlos. Wer sein Produkt mit dem Freemium-Preismodell anbietet, lässt seine Nutzer:innen z. B. mit ihren Daten und/oder mit der Konsumation von Werbung bezahlen.


Bekannte Beispiele, die Freemium anwenden:

  • Im Pub gibt es salzige Erdnüsse kostenlos, mit der Absicht, dass sie uns durstig machen
  • TV, Radio, Gratiszeitungen
  • Paradebeispiel: SurveyMonkey!

Dynamic pricing oder auch dynamische Preise:

Beim dynamischen Pricing passt sich der Verkaufspreis eines Produkts an den Gegebenheiten des Marktes an. Wenn die Nachfrage steigt, steigt auch der Preis, und wenn die Nachfrage sinkt, sinkt auch der Preis.

Die Nachfrage wird in Echtzeit überwacht und zusätzlich beeinflussen Faktoren wie bspw. die Nutzungsrate, die Jahreszeit (Saison) oder Konkurrenzvergleiche den Preis.

Das ist grundsätzlich nichts Neues. Früher war diese Preisgestaltung die Norm: Die Nachfrage regelte den Preis. Dann allerdings führten insbesondere grosse Unternehmen fixe Preise ein, denn damit musste weniger Zeit für die Schulung der Mitarbeitenden aufgewendet und mehr Kund:innen konnten abgewickelt werden. Das machte den gesamten Verkaufsprozess für kurze Zeit effizienter.

Neue Technologien eröffneten dann aber wiederum neue Möglichkeiten, und der Passagierflugverkehr holte das dynamische Preismodell in den 80ger Jahren wieder aus dem Winterschlaf. Seither ist die Überwachung der Nachfrage in Echtzeit ungebrochen auf dem Vormarsch, vor allem im Online Business sowie in den Branchen Flugreisen, Ferien und Hotels.

Damit dynamische Preise funktionieren, braucht es viele verfügbare Daten und Informationen, gut abgestimmte Prozesse und Tools sowie eine gesunde Kultur der Offenheit, die probieren und lernen ermöglicht.

Das Modell ist allerdings nur so gut wie die Gleichungen, die sie regeln. Doch auch hierfür stehen bereits weitere, neue Möglichkeiten zur Verfügung: Bei der KI-basierten Preisgestaltung werden Methoden wie künstliche Intelligenz, maschinelles Lernen und Deep Learning eingesetzt, um menschliches Verhalten zu imitieren und autonome Preisentscheidungen zu treffen, die sich dank fortschrittlicher statistischer Methoden und Algorithmen ständig verbessern.


Bekannte Beispiele, die Dynamic pricing anwenden:

  • Das wohl klassischste Paradebeispiel für dynamisches Pricing: Uber!

How to win – Wie du mit dem richtigen Preismodell das Beste aus der Zahlungsbereitschaft deiner Kund:innen herausholst:

Ein geeignetes Preismodell ist eines der wichtigsten Elemente zur Sicherung des Geschäftserfolgs. Starte mit der Frage, welchen Wert deine Kund:innen wirklich wahrnehmen. Verstehe, wie deine Kund:innen dein Produkt verwenden und wie sie dessen Leistung überprüfen.

Überlege dir dann, wie dein Preis-Modell aussehen soll und beseitige möglichst alle Kaufhindernisse.

Kurzer Reminder: In der heutigen Zeit geht es oftmals nicht mehr um (alleinigen) Besitztum! Die Kosten für den Erwerb des Eigentums an einem Produkt werden in vielen Fällen von Kund:innen als zu hoch angesehen, oder es besteht die Befürchtung, dass die Kosten in keinem Verhältnis zum Nutzen des Produkts stehen…

Analysiere dein bestehendes Erlösmodell, sprich proaktiv mit deiner Zielgruppe und konzentriere dich auf die Rückverfolgung der Produkt-Nutzung. Schlüssle die Wertelemente deines Produkts auf, teste neue Wege und mach die Preisgestaltung für deine Kund:innen damit so leicht verdaulich und erschwinglich wie möglich!

Und wenn du (noch) mehr über revolutionäre Preismodelle unserer Zeit wissen möchtest, dann empfehlen wir dir, einen Blick in das Buch The Pricing Model Revolution von Danilo Zatta zu werfen – dort werden alle aktuellen Preismodelle ausführlich erklärt.


10 Kriterien für erfolgreiches Produkt Design

10 Kriterien für erfolgreiches Produkt-Design

Seline von Bergen

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Die meisten Gründerinnen und Gründer erfinden das Rad nicht komplett neu. Oftmals streben sie danach, etwas – sei es ein Produkt, eine Dienstleistung, ein Prozess, usw. – besser zu machen als das, was bereits auf dem Markt existiert.

Startups, die sich auf dem Markt erfolgreich durchsetzen wollen, müssen heute also nicht nur innovativ und schnell sein – sie müssen allem voran auch das beste Produkt herstellen. Warum sonst sollten sich die Menschen für ein Produkt ohne grosses Werbebudget und ohne etablierte Marke interessieren?

Qualität ist dementsprechend ein wichtiges Stichwort für Startups. Allerdings stellt sich dabei die Frage, was das beste Produkt auf dem Markt denn überhaupt ausmacht – schliesslich kann Qualität aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet werden.

Während für die einen beispielsweise das beste Hemd handgewebt in Italien hergestellt wird, hat dasselbe Hemd für die anderen – nehmen wir in diesem Fall z. B. Bergsteiger:innen – praktisch keinen Wert.

Damit sich ein Startup als die beste Marke mit den besten Produkten für ihre Zielgruppe etablieren kann, muss sich das Team zunächste einmal darauf einigen, welche Qualitätskriterien massgebend sind.

Mit klar definierten Qualitätskriterien für alle Aspekte eines Produkts wird es einfach zu beurteilen, ob es das Beste ist. Inspiriert von PatagoniaLass die Mitarbeiter surfen gehen!») haben wir folgende 10 Kernfragen zusammengetragen, die sich jedes Startup in ihrem Produktdesign-Prozess stellen sollte, um nachhaltig erfolgreich am Markt zu wachsen:


Achtung: Das bedeutet aber nicht, dass Qualität subjektiv ist! Es geht nicht um gewisse Vorlieben. Es geht darum, für ein gewisse Herausforderung objektive Qualität zu definieren und dann die dazugehörigen Designkriterien festzulegen.


Ist unser Produkt funktional?

Wenn wir mit Startups ein Produkt entwickeln, starten wir immer mit den funktionellen Ansprüchen. Die Funktion des Produktes bestimmt dessen Design, Prozess, eingesetzte Materialien und ggf. auch den gesamten Auftritt – und nicht umgekehrt!

Fehlt die funktionelle Nachfrage ist das Risiko gross, dass am Ende ein Produkt entsteht, dass zwar toll aussieht, aber keinen wirklichen Mehrwert bietet und vielleicht nicht einmal wirklich zum Unternehmen passt. Und dann stellt sich die Frage: Wer braucht das?! Definitiv keine eine gute Ausgangslage für ein Startup…

Ist unser Produkt langlebig?

Unsere Welt ist so bequem geworden, dass wir uns nicht mehr die Mühe machen, Dinge, die nicht richtig oder zufriedenstellend funktionieren, zu reparieren. Und ganz ehrlich: Meistens mühen wir uns nicht einmal grossartig damit ab, herauszufinden, wie wir ein Produkt behandeln müssen, damit es möglichst lange einwandfrei funktioniert.

Ein Produkt ist also dementsprechend nur so gut wie sein schwächstes Element. Gutes Produktdesign verfolgt daher das Ziel, das sich alle Teile und Komponenten gleich gut halten und erst nach einem langen Leben oder intensiven Gebrauch «verschleissen» (und dabei ist es egal, ob wir von physischen oder digitalen Produkten sprechen).

Denn wenn ein Teil oder ein Feature vorschnell den Geist aufgibt oder nicht adäquat funktioniert, landet das gesamte Produkt auf der Abschussliste – und wenn du eines als Gründer:in nicht möchtest, dann ist es, dein Produkt auf dem Müll zu sehen.

«Um alle Bestandteile eines Produktes von Patagonia dahin zu bringen, dass sie etwa gleich lang halten, testen wir sie ständig sowohl im Laboratorium als auch in der Praxis. Wir prüfen, bis etwas durch unseren Standard fällt, verbessern diesen Teil, sehen dann, was als Nächstes durchfällt, um das zu verbessern, und so weiter, bis wir überzeugt sind, dass das Produkt als Ganzes langlebig ist.»

– Yvon Chouinard, Gründer von Patagonia (in Lass die Mitarbeiter surfen gehen!)

Kann unser Produkt repariert werden?

Alles sollte so designt sein, dass man es reparieren kann. Gerade wenn es sich um digitale Produkte handelt, braucht es fundierte Grundlagenarbeit. Eine komplizierte Basis kann irgendwann dazu führen, dass die Entwicklung nicht mehr weitergehen kann und das gesamte Produktdesign neu überdacht werden muss.

Wenn du ein physisches Produkt anbietest, kannst du dir zum Beispiel überlegen, ob du deine Vertriebspartner in die Lage bringen kannst, kleine Reparaturen selbst durchzuführen. Oder kannst du Videos produzieren, in denen du deinen Kund:innen zeigst, wie sie sich selbst helfen können?

Wie auch immer: Mach es deinen Kundinnen und Kunden so einfach wie möglich, dein Produkt so lange wie möglich zu nutzen. Jedes Mal, wenn etwas irreparabel kaputt geht oder du etwas grundlegend, mit Aufwand für deinen Kundenstamm, erneuern musst, wirst du mit grosser Sicherheit einen Teil deiner Kund:innen verlieren.

Passt unser Produkt unseren Kernkund:innen?

Wenn wir ein Produkt designen, muss es perfekt auf die Gegebenheiten der definierten Zielgruppe zugeschnitten sein. Sich an Standards zu orientieren, die dem Durchschnitt entsprechen, kann ein guter Anfang sein, allerdings reicht das oftmals noch nicht.

Sieh dir deine Kund:innen genau an – welche Gegebenheiten bringen sie mit? Und passt dein Produkt mit all seinen Facetten – ob Schnittgrössen, Passformen, Materialien, Schriften, Prozesse, Formate, Botschaften, usw. – wirklich perfekt dazu?

Ist unsere Produktlinie & unser Produkt so einfach wie möglich?

Wir werden heutzutage von den vielen Wahlmöglichkeiten, die sich uns in unserem Alltag bieten, geradezu erschlagen. Sogar der Dalai Lama hat schon gesagt: Zu viel Auswahl schafft Unzufriedenheit.

Die besten Restaurants der Welt haben festgelegte Menüs und die besten Schuhgeschäfte haben bereits entschieden, welche Wanderschuhe für ihr Leistungs- oder Preisniveau die Besten sind.

Entsprechend raten auch wir Startups immer wieder zu Fokus. Unser Ziel ist es nicht, mehrere Produkte auf den Markt zu bringen, sondern das Beste. Genauso wie wir daran glauben, dass Kund:innen grundsätzlich nach dem Motto «Kaufe weniger, kaufe besser» konsumieren, verfolgen wir das Ziel «Produziere weniger Produkte, designe besser».

Als Gründer:in solltest du bei deiner Produktentwicklung den Fokus auf ein bestimmtes Bedürfnis legen und dafür das beste Produkt produzieren. Da dabei die Funktion immer an erster Stelle stehen sollte, solltest du automatisch eine grosse Palette vermeiden. Jedes deiner Produkte sollte einem bestimmten Zweck dienen. Werden sie zu ähnlich, hast du dich verzettelt.

«Die Unternehmen mit der besten Performance bieten eine schmale und sehr gute Auswahl an Produkten an. Die Produkte der besten Unternehmen verwenden auch bis zu 50% weniger Teile als ihre weniger erfolgreichen Mitbewerber. Weniger Teile bedeutet einen schnelleren, einfacheren (und für gewöhnlich preiswerteren) Produktionsprozess. Weniger Teile bedeutet, dass weniger schiefgehen kann; die Qualität ist bereits eingebaut. Und obwohl die besten Unternehmen weniger Arbeiter brauchen, die sich um eine Qualitätskontrolle kümmern, haben sie weniger Defekte und erzeugen weniger Abfall.»

Yvon Chouinard, Gründer von Patagonia (in Lass die Mitarbeiter surfen gehen!)

Zudem ist funktionell gesteuertes Design gewöhnlich minimalistisch. Kompliziertheit ist häufig ein sicheres Zeichen, dass die funktionellen Bedürfnisse nicht gelöst wurden.

Wir raten dir daher, dich und dein Team immer wieder zu fragen: Ist unser Produkt so einfach wie möglich? Ist es so einfach, dass alle es verstehen? Manchmal (ehrlich gesagt sogar ziemlich oft!) kann es auch helfen, diese Frage externen Personen zu stellen. Sie haben oftmals einen unverbauten Blick auf die Dinge.

Merke dir: Die einfachste Lösung gewinnt in der Praxis immer. Ganz egal, wie ausgeklügelt oder zeit- oder geldsparend etwas sein mag – die Wahl von Konsument:innen fällt im realen Alltag langfristig immer auf die einfachste Lösung, die ihr Problem/Bedürfnis befriedigt.

Quote Dieter Rams, Designchef Braun - Diginlab 10 Kriterien für erfolgreiches Produkt-Design

Lässt sich unser Produkt leicht pflegen?

Die Pflege eines Produkts – sei es physisch oder digital – ist eine lästige Arbeit. Allein deshalb ist ein geringer Pflegebedarf ein wichtiges Kriterium für gute Qualität.

Die besten Produkte können wir kaufen und benutzen. Fertig. Versuche mit deinem Produkt so nahe wie möglich an diesen Idealzustand zu kommen.

Wenn wir ein Produkt designen, fragen wir uns immer wieder: Welcher Weg oder welche Eigenschaften erspart unseren Kund:innen am meisten Ressourcen (Energie, Geld, Zeit, Rohstoffe, usw.)?

Hat unser Produkt einen echten Mehrwert?

Langfristig erfolgreiche Unternehmen stellen Produkte her, die oftmals nicht einmal ein Logo brauchen, um erkannt zu werden. Der erzielte Mehrwert steht für sich und lässt erkennen, dass das Produkt von dem Unternehmen XY kommt.

Eigentlich völlig klar und selbsterklärend: Stiftet ein Produkt keinen wirklichen (oder ausreichenden) Mehrwert, kauft es niemand. Trotzdem treffen wir immer wieder auf Startups, die Mühe haben, ihren ECHTEN Mehrwert benennen zu können.

Ist das der Fall, stellen wir zwei Fragen, die gründlich geklärt werden müssen:

  • Löst das Produkt kein wirkliches/ausreichendes Problem oder Bedürfnis? -> Dann hilft alles nichts und das Startup muss sich nochmals mit seiner Zielgruppe beschäftigen: Welche Herausforderung soll genau gelöst werden? Was genau steckt dahinter? Und wofür will das Startup stehen?
  • Oder liegt die Herausforderung tatsächlich in der Kommunikation und die richtigen Worte wurden noch nicht gefunden? -> In diesem Fall geben meistens die Erkenntnisse aus dem Kriterium «Ist unser Produkt einfach?» Aufschluss für nächste Schritte.

Ist unser Produkt authentisch, schön und macht es Spass?

Gute Produkte sind zeitlos, die Besten sogar schön und es macht regelrecht Spass, sie zu nutzen. All das verliert aber an Wert, wenn das Produkt nicht zu allen Werten, für die das Unternehmen stehen will, passt.

In unserer digital vernetzten Welt kann das sogar gefährlich werden und schwerwiegende Konsequenzen haben. Hüte dich mit deinem Startup also vor leeren oder falschen Versprechen.

Die ersten Kund:innen reagieren grundsätzlich gnädig auf (kleine) Fehler, weil sie begeistert von der Vision sind und an das Produkt als Ganzes glauben. Umso feinfühliger reagieren sie aber, wenn sich herausstellt, dass hinter den versprochenen Werten – und dementsprechend ihrem Glauben – nur heisse Luft steckt…

Jagen wir mit unserem Produkt einem Trend nach?

Einem Trend hinterherzujagen, verdammt Produkte, langfristig gesehen, auf den Müll. Auch wenn wir die Euphorie von Gründerinnen und Gründern jeweils verstehen: Gerade als Startup ist es besonders wichtig, nicht in eine Trend-Falle zu treten.

Das Problem ist, dass Startups zwar schneller sind als grosse Unternehmen, aber sie verfügen über weniger Geld. Wird ein Produkt designt, dass nur einem Trend entspricht, mag das kurzfristig vielversprechend aussehen – das Risiko ist aber gross, dass das Produkt nachhaltig kein Erfolg wird, weil die Qualität leidet und es mit dem nächsten Trend überrollt wird.

Unsere Erfahrung zeigt uns immer wieder: Nachhaltig erfolgreiche Produkte sind Produkte, die während dem ganzen Design-Prozess (und darüber hinaus!) unter realen Marktbedingungen den Kernkund:innen, Einkäufer:innen, Angestellten von Einzelhandelsgeschäften, usw. gezeigt wurden. Nur so lässt sich erkennen, ob ein Produkt sich verkaufen lässt und ob es überhaupt wirklich hergestellt werden sollte.

Verursacht unser Produkt (unnötigen) Schaden?

Die globalen Auswirkungen unseres Konsumwahns werden langsam aber sicher spürbar. Langfristig erfolgreiche Unternehmen interessiert es, wie ihre Produkte hergestellt und verarbeitet werden. Sie sind nachhaltig aufgestellt – und werden immer wichtiger.

Wer langfristig am Markt überleben will, sollte also die Extrameile gehen – schliesslich ist Gesundheit, die unserer Erde und auch die unserer Mitmenschen, unser wichtigstes Gut. Und Extraanstrengungen resultieren in Produkten, die sorgfältig durchdacht sind und sich entsprechend gut verkaufen.

Brauchen Startups also von Beginn an das perfekte Produkt, um erfolgreich zu sein?

Nein. Startups müssen nicht gleich von Anfang an mit dem perfekten Produkt in den Markt einsteigen. Dieses Vorhaben geht sogar in den allermeisten Fällen direkt in die Hose. Aber Gründerinnen und Gründer sollten immer die Ambition verfolgen, Schritt für Schritt das beste Produkt auf dem Markt zu entwickeln, um langfristig mit Qualität zu überzeugen.

Das Beste herzustellen ist ein schwieriges Ziel. Es erfordert Arbeit, Zeit und Teamgeist. Und die besten Produkte entstehen nicht irgendwo in einem Büro – sie entstehen draussen auf dem Markt in Zusammenarbeit mit echten Kund:innen.

Wenn auch du gerade daran bist, ein Produkt auf den Markt zu bringen, raten wir dir, die ersten Schritte mit einem sogenannten MVP zu machen. Was ein MVP genau ist, welche Vorteile ein MVP für dein Startup mit sich bringt und was du bei dessen Entwicklung und Umsetzung beachten solltest, haben wir dir im Blogbeitrag «Was ist ein MVP?» zusammengefasst!

Und Apropos Hosen – wir hätten keine besseren Worte für das Ende dieses Blogbeitrags finden können, als die von Yvon Chouinard, Gründer von Patagonia, höchstpersönlich:

Quote Yvon Chouinard Patagonia - Diginlab 10 Kriterien für erfolgreiches Produkt-Design

Wie ein Startup die Lean Startup Methode mit Build – Measure – Learn perfekt in der Praxis umsetzt

Seline von Bergen

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«Wir reisen, um zu sein. Um aufzutanken. Zu geniessen. Neues zu entdecken. Doch allzu oft stört Unangenehmes, Kompliziertes, Unerwartetes unser Ferien- und Reisevergnügen. Deshalb haben wir Flying Bag erfunden. Damit wir garantiert stressfrei reisen können. Und damit unser Gepäck pünktlich und sicher an der nächsten Reisedestination ankommt – in der Schweiz, weltweit und zurück nach Hause!» – Flying Bag | www.flyingbag.com

Mit dieser Vision klopfte im Frühling 2021 das Startup Flying Bag an unsere Tür. Mit im Gepäck: Die Herausforderung, die gesamte Umsetzung auf die Beine zu stellen und an den Markt zu bringen – von der Konzeption der Customer Journey, über die Software Entwicklung sowie die Integration der Logistikanbieter, bis hin zur Anbindung aller Kommunikationskanäle und dem Hosting in der Cloud.

Am Anfang stand also eine tolle Idee, und gemeinsam schauten wir uns an, was genau es denn braucht, um sie zum Leben zu erwecken. Der Plan lautete folgendermassen: Wir konzipieren in 10 Wochen einen ersten Prototypen (MVP), den wir am Markt unter realen Bedingungen testen – und lernen damit kontinuierlich. Anders gesagt: Wir setzen die Lean Startup Methode und dessen build-measure-learn Feedback Loop um. Und zwar richtig.

Exkurs: Die Bauen-Messen-Lernen-Feedbackschleife findet ihren Ursprung in der Lean Startup Methode und es handelt sich dabei um einen iterativen Prozess für die Entwicklung eines am Markt erfolgreichen Produkts. Es geht darum, immer nur kleine Teile (mit grossem Mehrwert) des Produkts zu bauen (Build), dessen Wirkungseffekte umgehend am Markt zu testen (Measure) und aus den gewonnenen Learnings Verbesserungen vorzunehmen bzw. genau an die Wünsche der Kund:innen anzupassen (Learn).

Lean Startup Loop

BUILD:

Nicht nur die Lean Startup Methode, sondern auch Corona hielt das gesamte Projektteam wortwörtlich auf dem Boden der Tatsachen. Da Fliegen zu dem Zeitpunkt kein Thema war, entwickelten wir zunächst den Door-to-Door Case: Damit soll das Verreisen in der Schweiz erleichtert und das Gepäck von der Haustüre ins Hotel oder Ferienhaus transportiert werden. Alles mit dem Ziel vor Augen, das Produkt Stück für Stück an die Marktreife heranzuführen, damit es zum richtigen Zeitpunkt für eine grosse Zielgruppe attraktiv ist.

Dieses – im Vergleich zur ursprünglichen Vision – abgespeckte, also minimal funktionsfähige Produkt sorgte dafür, dass der Lernprozess direkt in Gang gesetzt und die Bauen-Messen-Lernen-Feedbackschleife mit dem geringstmöglichen Aufwand durchlaufen wurde.

Innerhalb von 10 Wochen wurde im Digital Innovation Lab eine digitale Plattform für Flying Bag entworfen, umgesetzt, getestet und an den Markt gebracht. In fünf 2-wöchigen Sprints wurde der gesamte Buchungsprozess digital abgebildet, der Logistikpartner angebunden sowie die ganze User Experience rund um die Buchung (SMS-Notifications, E-Mails, usw.) implementiert.

Von nun an konnten Kundinnen und Kunden ihre Koffer (und andere Gepäckstücke) mit Flying Bag bequem von daheim aus zunächst einmal direkt an den gewünschten Ferienort in der Schweiz und wieder zurück transportieren lassen.

 

MEASURE:

Mit diesem MVP konnte das Angebot und die dahinterstehenden Geschäftshypothesen von Flying Bag schnell und direkt unter realen Marktbedingungen getestet werden. Gemeinsam sammelten wir Erfahrung mit dem zuständigen Logistikpartner – und fanden heraus, was wirklich das perfekte Kundenerlebnis ausmacht.

 

LEARN:

Basierend auf all den gesammelten Learnings wurde dann – gemäss der ursprünglichen Vision – der Flugcase entwickelt. Genau ein Jahr, nachdem der Gepäckservice am Markt gestartet war, war die Zeit reif und der Markt bereit: Der Flugcase konnte live geschalten werden.

Nun können die Gepäckstücke zusätzlich an den Flughafen Zürich oder bis zu allen Edelweiss-Zieldestinationen weltweit geliefert werden. Und das Angebot findet grossen Anklang: 4 Wochen nach dem Start des zusätzlichen Services am Flughafen Zürich feierte Flying Bag bereits die Lieferung des insgesamt tausendsten Gepäckstücks!

 

Fazit: Das Startup Flying Bag fliegt jetzt

Das Startup Flying Bag meisterte in knapp einem Jahr den erfolgreichen Markteintritt – weil im Aufbau des Unternehmens vieles richtig gemacht wurde. Allem voran hat das Team die Lean Startup Methode und dessen build-measure-learn-Zyklus erfolgreich umgesetzt.

Wenn also auch du gerade ein digitales Produkt auf den Markt bringst, empfehlen wir dir, nach dem build-measure-learn Feedback Loop vorzugehen und dabei folgende Punkte ganz besonders zu beachten:

  • Starte unbedingt im Kleinen und entwickle zunächst einen MVP, mit dem du erste Erfahrungen am realen Markt sammeln kannst. Wenn du wissen willst, was ein MVP ist und welche Art sich am besten für dein Unternehmen eignet, dann empfehlen wir dir, diesen Blogpost durchzulesen: Was ist ein MVP?
  • Entwickle deinen MVP in kurzen Sprints. Dieser regelmässige Austausch mit deinem Team generiert wertvolle Inputs, hält die Motivation hoch und vermeidet schwerwiegende Fehler.
  • Wenn du etwas aufbaust, musst du deinen Perfektionismus unbedingt ablegen. Konzentriere dich nicht darauf, gleich von Anfang an das perfekte Produkt zu entwickeln, sondern erstmals viele Learnings zu sammeln und so die dahinterstehenden Prozesse fundiert aufzubauen.
  • Vergiss nicht, deinen Erfolg mit klar definierten Kennzahlen und dazugehörigen Checkpoints zu messen. Definiere im Voraus, was ein gutes und was ein schlechtes (resp. verbesserungswürdiges) Resultat darstellt, damit du nicht im Nachhinein dazu tendierst, alles schön zu reden.

Und last but not least: In der heutigen Zeit verändert sich alles sehr schnell und die Konkurrenz schläft nicht. Damit du mit deinem Produkt langfristig mithalten kannst, solltest du und dein Team den beschriebenen Dreiklang Bauen-Messen-Lernen unbedingt als stetigen Prozess sehen und entsprechend im Unternehmen implementieren!

Du willst mit deinem Startup loslegen und mit einem echten, digitalen Produkt beweisen, dass der Markt bereit dafür ist? Dann melde dich unbedingt bei uns: Wir entwickeln mit dir und für dich die erste Version deines Produktes – dein Minimum Viable Product (MVP). Mit diesem auf den Kern reduzierten Prototypen belegen wir deine Produkt- und Businessidee am Markt. Damit du bereits in rund 10 Wochen deine ersten Kund*innen glücklich machen und durchstarten kannst!

Eric Ries Lean Startup Quote

Tom Röthlisberger TEDx Talk Thun

Default yes: How to become a great founder - TEDx Talk Tom Röthlisberger

Seline von Bergen

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«Mein Startup ist mein Baby» – ein Satz, der wohl jede:r Gründer:in schon mal gesagt oder zumindest gedacht hat. Was uns vielleicht im ersten Moment etwas kitschig vorkommen mag, birgt aber in der Tat ein Funken Wahrheit.

Tatsächlich weist der Aufbau eines Startups einige Gemeinsamkeiten mit dem Eltern werden auf. Ist der Entschluss erstmal gefasst, stellen wir uns vor, wie sich unser Leben und wir uns selbst verändern werden.

Wir stellen uns vor, wie wir stolz unser Kind im Arm halten und der Welt zeigen, was wir geschaffen haben. Wir denken dabei an all die grossen Idole aus der Startup-Welt, an die Superheld:innen, die es geschafft haben, mit wenig Geld Millionen schwere Unternehmen aufzubauen. Und wir stellen uns vor, selbst auch genau so (und auf keinen Fall anders!) zu werden.

In Realität ist aber alles weitaus weniger romantisch. Frisch gebackene Eltern müssen erstmals auf vieles verzichten (ausreichend Schlaf, Zeit für Sport, Freunde, usw.) – und sie haben von all dem, was noch auf sie zukommen wird, keine Ahnung. Als Gründer:in ist es genau das Gleiche: Man hat keinen Plan, was als Nächstes passiert, und wenn man sich schlafen legt, denkt man an sein Startup, und wenn man aufwacht, auch.

Die Wahrheit lautet also: Es ist schwer, ein Startup aufzubauen. Und es ist schwer, Gründer:in zu sein. Aber warum entscheiden sich trotzdem immer wieder viele Menschen dazu, ein eigenes Unternehmen aufbauen zu wollen? Wovon träumen sie? Und wie sieht die Realität dahinter aus?

 

Warum Gründer:innen gründen

Warum entscheiden sich Gründer:innen gegen den angenehmeren Weg mit einem sicheren Arbeitsplatz und wählen stattdessen ein Leben mit niedrigerem Lohn, weniger Freizeit, weniger Luxus und viel Unsicherheit?

Unser Co-Founder Tom Röthlisberger hat mit über 100 Gründerinnen und Gründer genau darüber gesprochen. Die Antwort: Sie wollen ein unvergleichliches Abenteuer erleben.

Gründerinnen und Gründer wollen auf ihren eigenen Werten basiert arbeiten. Sie verfolgen ein Ziel, das ihnen wichtig ist. Sie wollen etwas kreieren, das grösser ist als sie selbst. Sie wollen der Welt ein Vermächtnis hinterlassen. So weit so gut – aber wie setzt man seinen Traum in Taten um?

 

Wie baut man ein Startup auf und wie entwickelt man das perfekte Produkt & Angebot?

In der Literatur finden sich unzählige Tipps, Tricks und Anleitungen, wie man ein eigenes Unternehmen gründen und das perfekte Produkt entwickeln kann.

Der wohl bekannteste Ansatz stammt von Eric Ries: Mit Lean Startup erklärt er, warum es so wichtig ist, vorerst mit einem MVP (Minimum Viable Product) zu starten, statt von Anfang an ein perfektes Produkt entwickeln zu wollen, dass dann vielleicht doch gar niemand haben will.

Es geht also darum, in einem ersten Schritt nur das kleinstmögliche Produkt zu entwickeln, resp. die kleinstmögliche Version davon, die man sich vorstellen kann. Mit diesem MVP startet man dann am Markt – und misst damit inkrementell, was die Menschen mit dem Produkt machen, wie genau sie es nutzen und welcher Wert dabei für sie generiert wird.

Es geht also darum, Schritt für Schritt zu lernen, was sich die Kundinnen und Kunden genau wünschen. Und darauf basierend werden weitere Ideen geboren, was als nächstes entwickelt, gebaut oder verbessert werden muss.

Aber auch das beste Produkt und Unternehmen steht und fällt mit dem dahinterstehenden Team und demnach vor allem auch mit den dahinterstehenden Gründer:innen…

 

Default yes: How to become a great Founder

Was sich in der Literatur oftmals nicht finden lässt, ist eine Anleitung, wie man ein:e gute:r – ach was, ein:e grossartige:r! – erfolgreiche:r Gründer:in wird.

Unser Co-Founder Tom Röthlisberger lernt in seinem The Founder’s Call unzählige Gründerinnen und Gründer kennen und begleitet sie auf ihrem Weg. In seinem TEDx Thun Talk Default yes: How to become a great founder verrät er, was eine:n erfolgreiche:n Gründer:in wirklich ausmacht:

Zusammengefasst geht es also darum, Möglichkeiten zu entdecken, ja zu Chancen zu sagen, statt nur Probleme zu sehen und Angst vor den Herausforderungen zu haben. Das ist aber natürlich einfacher gesagt als getan.

Der Schlüssel zum Glück liegt dabei im konstanten Lernen. Wer Chancen wahrnehmen und mutig «Ja, ich will!» dazu sagen kann, nimmt sich gleichzeitig auch unglaublich wertvollen Lernerfahrungen an.

Und als Gründer:in hat man viel zu entdecken und zu lernen: Schliesslich muss man sich von der/dem visionären Ideenentwickler:in zur/zum Innovationsmanager:in, Produkte-Designer:in, Fundraiser:in, Product-Owner:in, Technische:r Leiter:in, Sales person, Growth Hacker:in usw. entwickeln – und das sind erst die ersten drei Jahre eines Startups!

Zuletzt möchten wir noch einen Punkt aus Tom’s TEDx Talk ganz besonders hervorheben: Ein Startup kann nur mit dem richtigen Team erfolgreich werden. Einzelne, teamunfähige Gründer:innen werden mit sehr(!) hoher Wahrscheinlichkeit nie erfolgreich sein.

Grossartige Gründer:innen machen also allem voran Eines richtig: Sie verstehen, dass nur Grosses entstehen kann, wenn Menschen die gleiche Vision teilen und Hand in Hand auf Augenhöhe zusammenarbeiten. Oder anders gesagt: Sie «empowern» und befähigen ihr Team. Jeden einzelnen Tag.

Dazu gehört auch, dass man sein erlerntes Wissen und seine Fähigkeiten teilt. Teilen ist eine wirklich wichtige Aufgabe für Gründer:innen – denn wer nicht teilt, was er/sie gelernt hat, darf auch nicht erwarten, dass andere so performen, wie man es sich selbst vorstellt und wünscht.

Fazit: Es braucht nicht das perfekte Produkt, um ein eigenes Startup zu gründen. Und man muss am Anfang auch noch nicht ein:e perfekte:r Gründer:in sein. Fehler gehören dazu – solange wir nicht aufhören, zu lernen und unsere Erfahrungen teilen, sind wir auf dem richtigen Weg!


8 Denkfehler die Startup Gründerinnen und Gründer unbedingt vermeiden sollten Diginlab

8 Denkfehler, die Startup Founder unbedingt vermeiden sollten

Seline von Bergen

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Unser Gehirn ist für ein Leben als Jäger und Sammler optimiert. Und in diesem Kontext ist langes Grübeln definitiv nachteilig. Die Erklärung dazu ist einfach: wenn die Jäger-und-Sammler-Familie an uns vorbeirannte, machte es Sinn, ihr zu folgen – ohne nachzudenken, ob die wohl tatsächlich einen Säbelzahntiger gesehen haben oder doch nur ein überaus trainiertes Reh.

Wir sind also die Nachfahren jener, die tendenziell den anderen nachrennen. Und damit sind wir beim eigentlichen Problem angelangt.

In den letzten 10’000 Jahren haben wir eine Welt erschaffen, die wir nicht mehr verstehen. Alles wurde besser, raffinierter, schneller – aber damit vor allem auch komplexer und voneinander abhängiger. Das Ergebnis: materieller Wohlstand, Zivilisationskrankheiten und jede Menge Denkfehler!

Aber hä, wie jetzt, Denkfehler?!

Nun ob wir wollen oder nicht – wir sind emotionale Wesen. Wir denken UND fühlen. Gleichzeitig. Manchmal mehr, manchmal weniger. Und obwohl wir uns meist für ganz schön schlau halten, treffen wir in der Realität viele Entscheidungen (Job, Lebenspartner:in, Investment, usw.) unbewusst. Wir können unsere Emotionen also nicht restlos durch Denken allein kontrollieren.

Wir machen also Denkfehler: Systematische Abweichungen zur Rationalität, also zum optimalen, logischen, vernünftigen Denken und Verhalten.

Für Gründerinnen und Gründer von Startups kann das ganz besonders verheerend sein. Für sie steht schliesslich nicht nur ihr eigenes Wohlbefinden auf dem Spiel, sondern auch dass ihrer Mitarbeitenden sowie das gesamte Unternehmen, dass sich noch im wackeligen Aufbau befindet!

Für Startups, die mutig und schnell neue Wege gehen müssen, zählt scharfes Nachdenken und unabhängiges Handeln heute also ganz besonders. Das gelingt uns aber nicht immer, weil wir eigentlich – wie oben bereits erwähnt – anders gepolt sind. Nimmt die Komplexität unserer Welt weiter zu (und das wird sie ganz sicher!) werden diese Denkfehler häufiger und schwerwiegender.

Als Gründer:in eines Startups bist du also besser gewappnet, wenn du weisst, wie leicht man sich irren kann und welche Auswirkungen (deine) systematischen Denkfehler haben können – auf dein Geld, dein Unternehmen und dein Glück. Nur so kannst du sie frühzeitig erkennen und ihnen ausweichen, bevor sie grösseren Schaden anrichten.

8 Denkfehler, die Startup Gründerinnen und Gründer unbedingt vermeiden sollten

  • Survivorship Bias (oder auch: der Überlebensirrtum)

Wer in die Startup- und Innovationswelt eintaucht, wird geradezu von den Möglichkeiten, Neuheiten und allem voran von den leuchtenden «Unicorns» berauscht – und überschätzt dank dem Überlebensirrtum systematisch die Aussicht auf den eigenen Erfolg.

Die Wahrheit aber lautet: Erfolge erzeugen eine grössere Sichtbarkeit als Misserfolge, und hinter jedem erfolgreichen Unternehmen stecken unzählig andere, die es nicht geschafft haben. Der Survivorship Bias ist für Startup-Gründer:innen demzufolge Segen und Fluch zugleich: Zum einen lässt er sie Dinge in Angriff nehmen, die man sich bei rationaler, nüchterner Betrachtung nicht getraut hätte, zum anderen kann er sie aber auch (zu) schnell abheben lassen.

Besonders gefährlich wird es für diejenigen, die selbst Teil der überlebenden Menge sind. Selbst wenn der Erfolg auf Zufall basiert, entdecken wir Gemeinsamkeiten und erklären diese zu Erfolgsfaktoren. Höchstwahrscheinlich haben aber auch die Gescheiterten genau diese Faktoren angewendet.

Die Lösung: Wenn du dich in der Startup- und Innovationswelt bewegst, solltest du dich unbedingt auch mit denen austauschen, die gescheitert sind. Hör ihnen zu und lerne von ihnen. Verlass dich nicht blind auf bewährte Konzepte, Erfolgsfaktoren oder (selbsternannte) Expert:innen. Die Welt der Startups ist schnelllebig – was heute funktioniert, ist morgen vielleicht schon wieder veraltet.

  • Overconfidence-Effekt (oder auch: Selbstüberschätzung lohnt sich nicht)

In den vergangenen Jahren schossen Startup- und Innovations-Coaches jeder Art wie Pilze aus dem Boden. Heute berät jede:r jede:n. Scheinbar alle haben eine Meinung und etwas zu sagen.

Das Problem auf dem lauten Marktplatz ist, dass praktisch alle systematisch ihr Wissen und ihre Fähigkeit zu prognostizieren überschätzen.

Der Overconfidence-Effekt misst demnach den Unterschied zwischen dem, was Menschen wirklich wissen, und dem, was sie denken zu wissen. Im Vergleich zum Survivorship Bias werden hier also nicht die Erfolgschancen, sondern das eigene Wissen überschätzt. Und Expert:innen trifft das lustigerweise sogar besonders hart.

Die Lösung: Prüfe regelmässig anhand von Zahlen, Daten und Fakten, ob du mit deinem Startup noch auf dem richtigen Weg bist. Pivotiere, wenn nötig, auch wenn deine Investor:innen (noch) euphorisch sind. Und: der Overconfidence-Effekt ist bei Frauen nachweislicher weniger ausgeprägt vorzufinden als bei Männern. Sie überschätzen sich weniger – also achte unbedingt auf Diversität in deinem Team!

  • Sunk Cost Fallacy (oder auch: It’s time to say goodbye – now!)

Die Sunk Cost Fallacy ist der bekannte Klassiker unter den Denkfehlern: Je mehr wir in etwas investiert haben (Zeit, Geld, Energie, Mühe…), desto mehr halten wir daran fest und machen weiter – auch wenn es eigentlich gar keinen Sinn mehr macht.

In der Startup-Welt lässt sich der Effekt immer wieder hervorragend beobachten: Nämlich zum Beispiel dann, wenn zu lange an der ursprünglichen Idee festgehalten oder weiterhin Geld in Startups gebuttert wird, für welche es eigentlich – rational betrachtet – keinen Markt gibt und die sich entsprechend bereits auf dem absteigenden Ast befinden.

Doch warum passiert das? Weil wir danach streben, konsistent (und damit vermeintlich glaubwürdig) erscheinen wollen. Und wenn wir etwas abbrechen, generieren wir einen Widerspruch: Wir geben zu, früher anders gedacht zu haben.

Die Lösung: Mach dir und deinem Team immer wieder bewusst, dass ihr zu jedem Zeitpunkt den eingeschlagenen Weg verlassen könnt, ohne dass ihr dabei euer Gesicht verliert. Gerade Startups können, sollen und müssen flexibel bleiben. Blickt gemeinsam nach Vorne und ignoriert die bereits investierten Kosten – alles was zählt, ist das jetzt und vor allem eure Einschätzung der Zukunft!

  • Das Auswahl-Paradoxon (oder auch: Wer die Wahl hat, hat die Qual…)

Loslassen gilt für Gründer:innen von Startups in vielen Bereichen – so auch in der Ausgestaltung des Angebots. Als Unternehmer:innen wollen wir so viele Menschen wie möglich glücklich machen, und zwar mit unserer perfekten Lösung und einem Angebot, dass alle Bedürfnisse und Wünsche abdeckt.

Eine grosse Produktpalette zu stemmen, kostet aber Zeit, Geld und Ressourcen – und die hat ein Startup in der Regel nicht.

Aber Auswahl ist doch die Messlatte des Fortschritts und macht glücklich, oder etwa nicht?! Nun, nicht ganz. Es gibt eine Grenze, bei der zusätzliche Auswahl Lebensqualität vernichtet, und das hat drei Gründe:

  1. Grosse Auswahl führt zu einer inneren Lähmung. Bei einem zu grossen Angebot können sich Kund:innen nicht entscheiden und kaufen daher gar nichts.
  2. Grosse Auswahl führt zu schlechteren Entscheidungen. Wir müssen uns plötzlich mit Kriterien auseinandersetzen, die für unser ursprüngliches Bedürfnis eigentlich gar nicht wichtig gewesen wären. Wir sind überfordert, werden müde und entscheiden schlechter.
  3. Grosse Auswahl führt zu Unzufriedenheit. Je mehr Auswahl, desto unsicherer und damit unzufriedener sind wir nach unserer Wahl.

 

Die Lösung: Fokus! Meist lösen Startups ein neuartiges Bedürfnis auf neuartige Weise. Alleine um in diese neue Welt einzutauchen und sie zu verstehen, brauchen interessierte Personen Energie. Setze also mit deinem Angebot einen klaren Fokus und überfordere deine Kund:innen nicht. Konzentriere dich mit deinem Team auf das, was wirklich zählt. Reduziert euer Angebot und macht das dafür richtig gut!

  • Der Action Bias (oder auch: Zuerst denken, dann handeln!)

Beim Elfmeter-Schiessen hechten Torhüter in der Regel zu 50% nach links und zu 50% nach rechts. Sie bleiben nur selten in der Mitte stehen – und das obwohl rund ein Drittel der Bälle dort landet!

Der Grund dafür ist ganz einfach: Es sieht um einiges besser aus und fühlt sich viel weniger peinlich an, auf die falsche Seite zu hechten, als wie ein – Pardon – fauler Trottel stehen zu bleiben und den Ball seitlich vorbeisegeln zu sehen.

Geht es darum, einzugreifen oder abzuwarten, wählen wir also tendenziell immer die aktivere Variante – und unterliegen damit dem Action Bias. Schliesslich konnte nachdenken statt handeln in der Vergangenheit tödlich sein. Heute ist das gerade andersrum.

Das Problem: Die Umstellung fällt uns schwer, denn wir erhalten keine Auszeichnung, wenn wir durch Abwarten genau die richtige Entscheidung getroffen haben. Wenn wir aber Entschlossenheit demonstrieren, rasch handeln und eine Situation sich bessert (wenn vielleicht auch nur rein zufällig), dann stehen die Chancen nicht schlecht, dass wir öffentlich geehrt oder zumindest CEO des Monats werden…

Die Lösung: In unklaren Situationen verspüren wir den Impuls, (irgend)etwas zu tun – und handeln damit tendenziell zu schnell und zu oft. Daher: Ist die Situation unklar, halte dich erstmal kurz zurück. Atme, bis du die Lage besser einschätzen kannst, befähige die richtigen Personen und vertraue deinem Team. Gemeinsam werdet ihr zum gegebenen Zeitpunkt die richtige Entscheidung treffen – oder zumindest das Ruder rumreissen.

  • Der Regression zur Mitte-Irrtum (oder auch: Die natürliche Schwankung der Leistung)

Startups sind bestrebt darin, die Welt verändern und ständig ihr Bestes geben zu wollen. Aber: Extreme Leistungen wechseln sich mit weniger extremen ab. Und auch unsere persönlichen Leistungen schwanken. Das ist ganz natürlich.

Als Gründer:in kennst du vielleicht folgende Situation: Du hast das Gefühl, dass ein paar deiner Mitarbeiter:innen in ihrer Motivation schwächeln. Weil dir dein Unternehmen wichtig ist, engagierst du einen Motivations-Guru. Bei der nächsten Erhebung ist ihre Leistung besser – dafür die der anderen schlechter. Hat der Guru nun ein Wunder vollbracht – oder doch nicht?!

Schwer zu sagen, aber die tiefe Motivation hätte sich vermutlich auch ohne Training wieder um ihren persönlichen Durchschnitt eingependelt. Der Regression zur Mitte Irrtum kann also schwerwiegende Folgen haben, weil Manager beispielsweise so zum Schluss gelangen, dass Strafen wirkungsvoller sind als Lob…

Die Lösung: Etwas läuft nicht ganz rund oder so rund, dass es dich schon fast blendet? Bleib zunächst einmal ruhig und verfalle nicht in Panik. Prüfe die Anreizsysteme, die in deinem Startup stattfinden und davon ausgehen. Und schenke deinem Team Vertrauen und Verantwortung.

  • Der Confirmation Bias (oder auch: Ich mach› mir die Welt, wie sie mir gefällt!)

Der Confirmation Bias umfasst die Tendenz, neue Informationen so zu interpretieren, dass sie mit unseren bestehenden Theorien, Weltanschauungen und Überzeugungen kompatibel sind.

Was bedeutet das für ein Startup? Beispielsweise wird eine neue Strategie im Verwaltungsrat verabschiedet. Von nun an werden sämtliche Anzeichen, die den Erfolg dieser Strategie andeuten, gefeiert. Gegenteilige Indizien werden als Spezialfälle oder unvorhergesehene Schwierigkeiten abgetan. Wenn überhaupt.

Warren Buffet Zitat über Denkfehler Diginlab

Die Lösung: Wenn du etwas siehst, dass deinen Annahmen widerspricht, nimm es besonders ernst. Social Media und Co. haben es uns ganz besonders einfach gemacht, uns mit Gleichgesinnten zusammen zu tun. Wir bewegen uns entsprechend zunehmend in Communitys aus Gleichdenkenden und gegenteilige Meinungen erscheinen erst gar nicht auf unserem Radar. Am besten schreibst du also deine Glaubenssätze auf und machst dich auf die Suche, um sie zu widerlegen – und nicht, um sie zu bestätigen. Und tausch dich regelmässig mit Menschen aus, die anders denken und die über andere Erfahrungen verfügen als du – denn alleine schaffst du es da nicht raus…

  • Groupthink (oder auch: Lemminge on tour…)

Eine Gruppe von intelligenten Menschen trifft dumme Entscheidungen, weil alle ihre Meinungen dem vermeintlichen Konsens anpassen resp. unterordnen. So kommen Entscheidungen zustande, die jedes einzelne Gruppenmitglied unter normalen/anderen Umständen abgelehnt hätte.

In Startups lässt sich das manchmal ganz besonders gut beobachten, weil hier oft ein starkes Gemeinschaftsgefühl und eine euphorische Stimmung herrscht (Wir schaffen das! Wir sind die Besten! Wir verändern die Welt!) – und das will man als Spielverderber:in garantiert nicht zerstören.

Die Lösung: Achte darauf, dass Meinungen, die nicht gerne gehört werden, ihren Platz finden. Schaffe einen safe space für dein Team und gib deinen Kolleg:innen Raum, dir oder anderen im Team zu widersprechen oder Kritik und Sorgen äussern zu dürfen, ohne dass es irgendwelche negativen Auswirkungen für sie hat (und zwar wirklich!). Bestimmt bei wichtigen Entscheidungen immer jemanden zum «Anwalt des Teufels». Wahrscheinlich wird dies nicht die beliebteste Rolle im Team sein – aber vielleicht die Wichtigste.

Und wie schaffen wir es jetzt, ohne Denkfehler zu leben?

Last but not least stellt sich die Frage, wie man es schafft, Denkfehler komplett zu vermeiden und ohne sie zu leben. Die Antwort darauf ist einfach: Man schafft es nicht.

Denkfehler zu umgehen, ist immer mit Aufwand verbunden. Und die goldene Vermeidungsstrategie gibt es leider nicht.

Gründer:innen von Startups können und sollten sich aber folgende Faustregel zu Herzen nehmen: In Situationen, die schwerwiegende oder grosse Konsequenzen nach sich ziehen können, gilt es für alle involvierten Personen so rational und vernünftig wie nur möglich zu entscheiden.

Oder anders gesagt: Wir empfehlen allen, von Zeit zu Zeit diesen Blogbeitrag durchzulesen und die aufgelisteten Denkfehler wie eine Checkliste durchzugehen!

Und was machen wir im Alltag oder in Situationen, deren Konsequenzen klein sind? Da haben wir eine gute Nachricht: Wir lassen uns von unserer persönlichen Intuition tragen.

Schliesslich wollen und sollen wir uns nicht jeden Tag den Kopf zerbrechen, und in der Startup- und Innovationswelt ist es wichtig, dass wir Fehler zulassen. Aber das ist eine andere Geschichte – und definitiv einen eigenen Blogbeitrag wert. 😉

Zitat aus dem Buch Die Kunst des klaren Denkens von Rolf Dobelli

Teambuilding, Teamwork, Teamperformance: Teambuilding: Wie ein richtig gutes Startup-Team entsteht

Teambuilding: Wie ein richtig gutes Startup-Team entsteht

Seline von Bergen

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Als Venture Builder für Tech-Startups und innovative Unternehmen entwickeln wir digitale Produkte und bauen junge Unternehmen auf. Dabei sehen wir immer wieder: Hinter jedem erfolgreichen Unternehmen oder Projekt steckt ein neu- und wissbegieriges, glückliches Team, dass Hand in Hand mit Leidenschaft und Engagement etwas bewirken will.

Wir sind also der festen Überzeugung, dass das richtige Team die Basis für den Erfolg legt. Und wir gehen sogar noch einen Schritt weiter: Ein Startup funktioniert nur, solange das dahinterstehende Team «funktioniert».

Gründerinnen und Gründer sollten also gerade zu Beginn dem who deutlich mehr Beachtung schenken als dem what und dem how (ja, echt jetzt!).

Aber wie baut man ein funktionierendes Team auf? Wie findet jedes einzelne Teammitglied seinen ganz persönlichen, perfekt passenden Platz im Team, von welchem aus die individuellen Fähigkeiten optimal eingesetzt werden können? Und wie schafft man es, dass alle Spass bei der Arbeit haben?

Fakt ist: Ein gutes Team fällt – leider – nicht vom Himmel. Es muss zunächst entwickelt werden. Und das ist bekanntlich gar nicht so einfach. Aber wenn man weiss, worauf es ankommt und welche Stolpersteine es zu beachten gilt, macht diese Herausforderung richtig Spass! Schauen wir uns also gemeinsam an, wie das geht.

 

Das 4-Phasen-Modell von Tuckman oder auch: Die theoretische Grundlage des Teambuildings

Wenn wir über Teambuilding und Teamperformance sprechen, kommen wir nicht umhin, Tuckman und sein 4-Phasen-Modell (1965/1977) zu erwähnen. Da auch unsere Teamworkshops jeweils darauf basieren, wollen wir uns die einzelnen Phasen – Forming, Storming, Norming, Performing und Adjourning – die ein Team durchläuft, kurz anschauen:

Tuckman 4-Phasen-Modell: Tuckman, B. W. (1965). Developmental sequences in small groups
Tuckman 4-Phasen-Modell: Tuckman, B. W. (1965). Developmental sequences in small groups

  • Forming: Die Teammitglieder kommen das erste Mal zusammen. Dieses Kennenlernen und erste Beschnuppern ist oft mit Unsicherheit verbunden: Werde ich vom Team akzeptiert? Kann ich mich in diesem Team voll entfalten? In dieser Phase sind die Beziehungen der Teammitglieder untereinander noch völlig offen und unklar.
  • Storming: Die Teammitglieder versuchen, über Aufgaben- und Rollenkonflikte ihr Revier abzustecken. Diese Phase ist besonders kritisch. Stoßen hier dominante Charaktere aufeinander, kann dies den gesamten Arbeitsprozess des Teams beeinflussen. Deshalb sollte diese Phase mitunter durch eine*n Moderator*in begleitet werden.
  • Norming: Nachdem die «Machtkämpfe» abgeschlossen sind, kann das Team zusammenwachsen. Das Festlegen von Regeln und die gemeinsame Definition von Rollen (norming) im Team unterstützen diesen Prozess.
  • Performing: Die sich anschließende eigentliche Arbeitsphase beginnt und wird durch die vorgängig abgesteckten Regeln gesichert.
  • Adjourning: Für temporäre, nur vorübergehend zusammenarbeitende Teams schließen sich Ablösungsprozesse an. Die Teammitglieder lösen sich voneinander und auch von der gemeinsamen Aufgabe. Im Idealfall reflektieren sie gemeinsam oder auch individuell über ihre Teamerfahrung(en) und lernen daraus für folgende Gruppenarbeiten.

 

Teambuilding, Teamforming und Teamperforming – wie geht das?

Als Venture Builder kommen wir immer wieder in komplett neue Teamsituationen. Manche Teams starten voller Elan, andere geprägt von Unsicherheit. Eines haben aber alle gemeinsam: Den chaotischen Sturm zu Beginn.

Jedes Startup und jedes innovative Projekt steht dementsprechend vor der Herausforderung, möglichst schnell den Grundstein für eine gute Teamarbeit zu legen, damit keine Zeit und keine Ressourcen verschwendet werden und alle sogleich als effizientes und motiviertes Team in die Phase des «Performing» gelangen.

Wir tragen dem Rechnung, indem wir mit unseren Startups und/oder Innovationsteams Workshops zum Thema Teamforming und -performing durchführen. Damit stellen wir gleich zu Beginn eine reibungslose und effiziente Zusammenarbeit sicher. Denn wie bereits erwähnt, bildet ein gut funktionierendes Team die absolute Grundlage für ein gutes digitales Produkt. Je stärker also das Team, desto besser das Produkt.

Aber wie genau sieht denn jetzt ein solcher Teamworkshop bei/mit uns aus und worauf muss man achten, damit effiziente Teams entstehen?!

Höchste Zeit, dass wir tiefer und vor allem inhaltlich in das Thema Teambuilding und Teamperformance eintauchen. Zur Veranschaulichung greifen wir dafür auf den Teamworkshop für das Startup Parkn’Sleep zurück, den wir gemeinsam mit der Unterstützung von Vera Herzmann (dwarfs and Giants) konzipiert und durchgeführt haben.

Vorbereitung und Konzeption mit Vera Herzmann für den Diginlab Teamworkshop
Vorbereitung und Konzeption mit Vera Herzmann für den Diginlab Teamworkshop


Exkurs: Parkn’Sleep ist DIE Parking App für Camper – denn überall dort, wo Stellplätze ohne Vorreservierung angefahren werden können, kommt Parkn’Sleep mit seinem unabhängigen Zahlsystem zum Einsatz und lässt Campervan’s und Wohnmobile vor Ort einfach und bequem digital einchecken und übernachten.


Beim Startup Parkn’Sleep sitzen also nicht alle im gleichen Boot – stattdessen sind alle Teil der abenteuerlustigen Camper-Karawane. Um alle wichtigen Erkenntnisse auch visuell festzuhalten und zu verdeutlichen, haben wir uns speziell für diesen Case entschieden, dass alle Beteiligten die vier Schritte unseres Teamworkshops anhand eines eigenen, individuellen «Bullis» erarbeiten.

 

Schritt 1 des Teamworkshops: Wer bin ich?

Die wichtigste Person in einem Fahrzeug ist die Fahrerin oder der Fahrer. Nur wenn diese wohlauf sind und ihr Ziel kennen, kann die Reise losgehen. Es ist also schon fast logisch, dass wir genau da ansetzen und uns jeweils in einem ersten Schritt der persönlichen Selbstreflexion widmen.

Alle Teammitglieder setzen sich dementsprechend zunächst mit der folgenden Frage auseinander: Wer bin ich und was führt mich hier hin?

Dabei werden alle wichtigen Meilensteine (wir empfehlen pro Person 5) festgehalten, die die einzelnen Teammitglieder zum jeweiligen Startup oder Projekt geführt haben. Der Fokus liegt dabei auf den Meilensteinen, die nicht im direkten Kontext des Startups oder des Projekts liegen, sondern bereits viel früher stattgefunden haben.

Unser Extratipp: Werdet dabei ruhig persönlich. Haltet fest, was euch wirklich bewegt hat und erzählt euch gegenseitig die dazugehörigen Geschichten!

 

Schritt 2 des Teamworkshops: Wer bist und was kannst Du?

Im zweiten Schritt unserer Teambuilding-Workshops geht es um die Wahrnehmung der anderen Teammitglieder. In Zweiergruppen werden dabei Interviews geführt und die Erkenntnisse in einem persönlichen Steckbrief festgehalten.

Das Ziel hierbei ist es, herauszufinden, wer ebenfalls an dem Abenteuer teilnimmt und warum: Wer sitzt mit mir im Bus? Welche Fähigkeiten haben wir mit im Gepäck? Und wie tickt jede*r Einzelne meiner Reisegruppe?

Auf den persönlichen Steckbriefen wird festgehalten, welche Beziehung die Person zum jeweiligen Thema hat, was die Person besonders gut kann und welche versteckte Superkraft sie besitzt.

Unser Extratipp: Wir lassen auf den Steckbriefen jeweils noch Platz für Neues. So können neue Facetten, die während des Kennenlernens und der Zusammenarbeit entdeckt werden, gleich festgehalten werden.

 

Schritt 3 des Teamworkshops: Wie gestaltet sich meine Rolle in der Organisation?

Im dritten Schritt betrachten wir das grosse Ganze: Alle Teammitglieder nehmen sich nun innerhalb der Organsation – also des Startups oder des Projekts – und in dessen Kontext wahr. Dabei geht es zum einen um die eigene Selbstreflektion in der Organisation und zum anderen um die Teamreflektion.

Dabei gilt es, u.a. folgende Fragen zu beantworten (immer im Kontext des Startups oder Projekts):

  • Wer aus dem Team ist mein persönlicher Co-Pilot (und wann)?
  • Was ist mir wichtig?
  • Wo will ich hin?
  • Was treibt mich/uns an?
  • Was mache ich, wenn ich/wir eine Panne habe/n?

Im Teamworkshop mit Parkn’Sleep haben hierfür alle ihren eigenen «Bulli» erarbeitet und die Erkenntnisse entsprechend darauf festgehalten (siehe Foto unten). Damit wird sofort ersichtlich, dass jedes einzelne Fahrzeug einen wichtigen Teil der Flotte darstellt.

Unser Extratipp: Wir lassen die Teilnehmenden zuerst für sich alleine arbeiten um dann im Anschluss die Antworten auf die gestellten Fragen gemeinsam zu diskutieren. Wichtig dabei ist, dass in der Teamreflexion auch Verständnisfragen gestellt werden – es darf und soll unbedingt ein Dialog entstehen!

Diginlab Team Workshop mit dem Startup Parkn'Sleep
Diginlab Team Workshop mit dem Startup Parkn'Sleep

Schritt 4 des Teamworkshops: Wie meistern wir unsere Gruppen-Challenge?

Den Abschluss unserer Teamworkshops bildet eine Gruppenarbeit, die es in sich hat – schliesslich geht es darum, im Team etwas zu erreichen! Die Challenge besteht darin, innerhalb von 60 Minuten einen Schlachtplan für eine konkrete Herausforderung zu konzipieren, der sofortige Massnahmen enthält, die direkt umgesetzt werden können.

Die Fragestellung der Challenge lautet folgendermassen: Was macht ihr jetzt gleich/morgen, um das Ziel XY zu erreichen?

Wir teilen dafür die Teilnehmer*innen in kleinere Teams ein und lassen sie gemeinsam an einem Umsetzungsplan arbeiten, welcher im Anschluss in einem Pitch den anderen präsentiert wird.

Unser Extratipp: Bei dieser Challenge geht es vor allem darum, aus den vorhandenen Fähigkeiten innerhalb des kleinen Teams eine Lösung zu entwickeln – andere Fähigkeiten, Teamkolleg*innen sowie deren Fähigkeiten miteinzubeziehen sind demnach nicht erlaubt!

 

Und damit neigt sich unser Teamworkshop und der Workshoptag jeweils schon dem Ende zu. Ein wichtiger Schritt im Forming-Prozess wurde getan und die Basis für eine gute Zusammenarbeit im Team gelegt. Zum Schluss achten wir darauf, dass sich alle nochmals gegenseitig Feedback geben:

  • Wie wurde zusammengearbeitet?
  • Was hat funktioniert/was nicht?
  • Was gilt es beim nächsten Mal anders zu machen?
  • Und das Wichtigste: Was wird aus dem Forming-Workshop mitgenommen und wie geht es nun weiter?

Wir hoffen, wir konnten dich mit diesem Blogbeitrag dazu inspirieren, die Prozesse, welche  hinter gutem Teambuilding, Teamforming und Teamperforming stecken, proaktiv anzugehen. Es lohnt sich – denn schliesslich gilt gerade in der Startup- und Innovationsbranche: Teamwork makes the dream work! 💪🏻

Arbeiten am Teamforming-Prozess am Diginlab Team Workshop mit dem Startup Parkn'Sleep

Startup Hacking – alles, was Gründer:innen wissen müssen!

Unser Co-Founder Tom Röthlisberger, selbst aktiver Startup Unternehmer und mehrfacher Angel Investor, verrät dir in seinem Buch Startup Hacking seinen kompletten Erfahrungs- und Methodenschatz:

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Startup-Funding – Begriffe, die jede*r Gründer*in kennen muss (Teil 2)

Seline von Bergen

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Seline von BergenBy Seline von Bergen29. November 2021In Fundraising

Startup Funding ist ein eigenes Ökosystem mit vielen verschiedenen Fachbegriffen und Methoden. Damit du einen möglichst professionellen Auftritt vor Investoren und Investorinnen hinlegen kannst, musst du die wichtigsten Begriffe des Startup Funding kennen.

Im ersten Teil haben wir die Begriffe Risikokapital, Aktionärsdarlehen, Kapitalrunde, Aktionärsbindungsvertrag und Call- oder Put-Optionen erläutert. Nun schauen wir uns an, was genau unter Exit, Cap Table, Verwässerung (Dilution), Due Diligence und Pre-Money & Post-Money verstanden wird.

Die wichtigsten Startup-Funding Begriffe für Tech Startups – Teil 2:

  • Exit (vs. Dividendenstrategie): Unter einem sogenannten Exit wird der Verkauf der eigenen Aktien an eine*n Meistbietende*n verstanden. Je nach Strategie der Founder oder der Investor*innen wird beim Verkauf des Unternehmens ein Exit oder eine Dividendenstrategie angestrebt. Ein Exit verspricht nach wenigen Jahren einen einmaligen, hohen Ertrag für die Investorinnen und Investoren, während eine Dividendenstrategie langfristig und nachhaltig Ertrag generieren soll.
  • Cap Table: Der Cap Table ist einfach gesagt die Aufzeichnung der Eigentümerschaft des Startups. Im einfachsten Fall umfasst der Cap Table alle bisherigen Transaktionen und die entsprechenden Anteile der Investor*innen am Startup. Die einfachste Form einer Cap Tables ist ein Excel. Darin enthalten sind meistens die Investitionsrunde, die Pre- und Post-Money Valuation, der Preis pro Aktie und die fully diluted Anteile. Alle Informationen sowie eine kostenlose Cap Table Vorlage findest du hier: 👉🏼 Kostenlose Cap Table Vorlage für Startups 👈🏼
  • Verwässerung (Dilution): Zu Beginn eines Startups sind oft nur wenige und kleine Investorinnen und Investoren – beispielsweise Familienmitglieder oder Freunde – am Unternehmen beteiligt. Die ersten abgegebenen Firmenanteile werden direkt und ohne eine Kapitalerhöhung durch die Gründer*innen verkauft. Damit das Startup aber weiterhin wachsen kann, braucht es im Laufe der Zeit mehr Kapital. Diese Finanzierungsrunden, die dann folgen, werden oft Hand in Hand mit einer Kapitalerhöhung durchgeführt. Dabei wird das Stammkapital erhöht und die bestehenden Anteile um den entsprechenden Prozentsatz verringert, sprich verwässert.

Beispiel Dilution Verwässerung bei einem Startup Investment - Diginlab

  • Due Diligence: Eine Due Diligence ist eine sorgfältige Prüfung eines Unternehmens vor einer möglichen Transaktion. Bevor also ein Investor oder eine Investorin Geld in ein Startup investiert, wird das Unternehmen – je nach Investor*in und Phase – anhand unterschiedlicher Faktoren überprüft und entsprechend beurteilt. Im Digital Innovation Lab unterscheiden wir zwischen fünf Bereichen, denen wir dabei ganz besonders Aufmerksamkeit schenken: Produkt & Business Modell, Team & Rekrutierungsfähigkeiten, Organisationsentwicklung & -Management, Vision, Storytelling (Go-to-Market Plan) sowie Investitionsplanung.
  • Pre-Money und Post-Money: Damit definiert werden kann, wie viele Anteile eine Investorin oder ein Investor erhält, wird das Startup vor und nach der anstehenden Kapitalrunde bewertet. Dabei spricht man von einer Pre-Money und einer Post-Money Bewertung. Während die Pre-Money Bewertung bei einem Startup teilweise beliebig und willkürlich entsteht, ist die Post-Money Bewertung klar geregelt. Hat beispiels- weise eine Investorin für 25% des Unternehmens 500’000 CHF bezahlt, so liegt die Post-Money Bewertung des Startups bei 2 Millionen CHF.

Achtung bei der Firmenbewertung für Startup Investments - Diginlab

In unserer Arbeit als Venture Builder für Tech Startups kennen wir die Probleme, auf welche Gründerinnen und Gründer von Startups in Bezug auf Fundraising stossen. Informationen sind mühsam und nur sehr verteilt aufzufinden.

Der nachhaltige Erfolg deines Tech Startups ist jedoch massiv von deiner Arbeit bei der Kapitalbeschaffung abhängig.

Es ist also deine Pflicht, dich als Gründer*in eines Startups professionell auf eine mögliche Finanzierung vorzubereiten. Damit dir das gelingt, haben wir einen Beginner’s Guide für early-stage Tech Startup Funding geschrieben. Dort drin findest du ebenfalls weitere Ausführungen zu den einzelnen Fundraising-Begriffen. Check it out!

Tech-Startup Funding Guide

Als Entrepreneurs und Venture Builder haben wir bereits unzählige Tech-Startups aufgebaut und auf ihrem Weg begleitet. Dabei haben wir fleissig alle Erfahrungen gesammelt, welche es zu machen und zu vermeiden gilt – allem voran haben wir aber viele Finanzierungsrunden erfolgreich abgeschlossen.

Wir wissen, wie man ein Startup «investierbar» macht. Und wir helfen dir gerne: Vom kostenlosen eBook bis zum individuellen Coaching bieten wir für alle Digital Tech Startups Unterstützung an.

Ich will ein Fundraising Profi werden!

Kostenlose Cap Table Vorlage für Startups - Diginlab

Kostenlose Cap Table Vorlage für Startups

Seline von Bergen

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Damit du optimal vorbereitet in eine Kapitalrunde starten kannst, sind einige Grundlagenarbeiten notwendig. Du musst den aktuellen Zustand deines Startups kennen, den zukünftigen Finanzbedarf ermitteln und eine realistische Bewertung aufstellen. Go for it!

Wer Geld für sein Startup braucht, bereitet ein Pitchdeck vor und präsentiert die Geschäftsidee und das angehende Unternehmen unterschiedlichen Investorinnen und Investoren. Konnte deren Interesse geweckt werden, schauen sie sich im Anschluss den Businessplan an.

Wenn dieser ebenfalls überzeugt, vertieft sich der gemeinsame Austausch weiter. Was nun folgt ist die Beurteilung der effektiven Situation des Startups mittels einer sogenannten Due Diligence – und damit kommt auch der berühmt berüchtigte Cap Table ins Spiel. Aber was ist das überhaupt?!

 

Was ist ein Cap Table?

Ein Startup durchläuft grundsätzlich mehrere Investitionsrunden. Das Einzige, was dabei verkauft werden kann, sind Anteile. Das heisst, Gründer*innen müssen sich im Vorfeld überlegen, zu welchem Preis sie wann wie viele Anteile von ihrem Startup abgeben werden. Das Ganze wird modelliert in einer sogenannten Cap Table.

Der Prozess eines Startup auf der Suche nach einem Investment kann beispielsweise wie folgt ablaufen:

  • Zunächst einmal investieren die Gründer*innen selbst und gründen zum Beispiel eine GmbH.
  • Danach investieren Freunde und Familie zum ersten Mal überhaupt in das Unternehmen. Meist sind das kleinere Beträge, beispielsweise 20’000.- CHF für 5% Anteile am Unternehmen.
  • In einem nächsten Zwischenschritt können Anteile an Mitarbeitende ausgegeben werden. Grundsätzlich empfiehlt es sich, Employee Stock Options einzuplanen, der Einfachheit halber lassen wir das Thema in diesem Beitrag aber weg – es würde den Rahmen sprengen.
  • Danach kommt es zur ersten Seed-Runde: Jetzt werden professionelle Investor*innen an Bord geholt und das erste grosse Investment wird an Land gezogen.
  • Darauf folgen die VCs – und die Verwässerung (Dilution) nimmt ihren Lauf… 😉
  • Zwischenzeitlich kann es zu sogenannten Bridge-Runden kommen: Schafft es das Startup nicht lückenlos von der einen Phase in die nächste, kann Geld von den meist bereits bestehenden Investor*innen nachgeschoben werden, um damit die aktuelle Phase noch kurz zu verlängern.

Die unterschiedlichen Investment-Phasen eines Tech Startups
Die unterschiedlichen Investment-Phasen eines Tech Startups

Der Cap Table – zu Deutsch die Kapitalisierungstabelle – ist also einfach gesagt die Aufzeichnung der Eigentümerschaft des Startups. Du führst damit Buch über die bisherige und die geplante Entwicklung deines Startups und dokumentierst damit den Marktwert deiner Unternehmung.

 

Cap Table = Aufteilung des Startup-Kuchens im Excel-Format!

 

Im einfachsten Fall umfasst der Cap Table alle bisherigen Transaktionen und die entsprechenden Anteile der Investorinnen und Investoren am Startup – und zeigt damit die Eigenkapitalausstattung des jeweiligen Unternehmens auf.

Die wohl geläufigste Form einer Cap Table ist ein Excel. Darin enthalten sind meistens die Investitionsrunde, die Pre- und Post-Money Valuation, der Preis pro Aktie und die fully diluted Anteile.

Jedes Startup und jede*r Investor*in führt den Cap Table in einer eigenen Art und Weise. Wichtig ist jedoch die lückenlose Dokumentation der einzelnen Runden und Investor*innen, denn die Tabelle ist für jede Finanzentscheidung in Bezug auf Kapitalbeteiligungen, Marktkapitalisierung und Marktwert unerlässlich.

Startups entwickeln sich zudem ständig weiter, und damit auch ihre Cap Table: Zum Beispiel werden zur Deckung des Kapitalbedarfs mehrere Finanzierungsrunden durchgeführt, Aktienoptionen zur Talentgewinnung ausgegeben oder Investorinnen und Investoren verkaufen, übertragen oder lösen ihre Aktien ein. All diese Massnahmen – und noch viele weitere – verändern die Kapitalisierungstabelle. Es ist daher sehr wichtig, dass der Cap Table regelmässig aktualisiert und vor allem genau geführt wird.

 

Bist du bereit, den Cap Table für dein Startup in Angriff zu nehmen? Dann downloade jetzt unsere kostenlose Cap Table Vorlage und leg direkt los! 👇🏼

Kostenloses Cap Table Template für Startups

Damit du gleich mit deiner Cap Table starten kannst, haben wir dir eine einfache, kostenlose Cap Table Vorlage im Excel-Format vorbereitet. An dieser Stelle danke der Unterstützung der Community und insbesondere der Zusammenarbeit mit dem ZID bei der Erarbeitung:

☝🏻 Der Download unserer Cap Table Vorlage ist komplett kostenlos. Folgende Features erwarten dich:

  • Planen von mehreren Runden hintereinander
  • Automatische Berechnung der Verwässerung
  • Verwendung von Discounts mit Convertibles
  • ESOP Programm
  • Kalkulation vom Multiple der Investor*innen im Exit Fall

Im Anschluss brauchst du nur noch die Burnrate, welche du der Liquiditätsplanung entnehmen kannst. Daraus resultiert dann der Cap Table deines Unternehmens und damit die Aufstellung, wem wie viele Anteile des Unternehmens gehören und über welchen Zeitraum.

 

Wie funktioniert die Cap Table Vorlage?

Der erste Teil Incorporation (in blau) umfasst die Gründung deines Startups. Stellen wir uns vor, du gründest eine AG. Dafür brauchst du beispielsweise 100’000 CHF Gründungskapital und jeder Share hat einen Wert von 1 CHF. Insgesamt seid ihr zudem zwei Gründer*innen mit je 50% Anteile am Unternehmen (das alles kann natürlich auch anders aufgeteilt werden).

Die weiteren Teile der Cap Table Vorlage umfassen die weiteren Finanzierungsrunden, welche dann folgen.

In der Seed Phase musst du dich fragen, wie viel Geld du für dein Vorhaben brauchst. Diesen Betrag hältst du als New Equity -> Cash fest. Dann vervollständigst du deine Pre-Money Valuation: Trage ein, wie viel Wert dein Unternehmen zu diesem Zeitpunkt hat und wie viel Geld du dementsprechend von den einzelnen Seed-Investorinnen und -Investoren erhältst. Du siehst nun automatisch, wer dann wie viele Prozente deines Unternehmens besitzt.

 

Als Daumenregel gilt: Ein Startup gibt idealerweise pro Runde zwischen 10 bis maximal 25% der Anteile ab.

 

Der letzte Teil der Vorlage widmet sich dem Exit-Fall. Hier siehst du, was passiert, wenn du dein Startup verkaufen wirst. Wenn du unter Valuation den Verkaufspreis deines Startups eingibst, siehst du darunter, wie viel jede einzelne Partei erhält. Überleg dir in diesem Zusammenhang gut, welcher Multiple für die Investor*innen interessant ist.

 

Was du bei deiner Cap Table & den Investmentrunden sonst noch beachten solltest…

Denke beim Erstellen deiner Cap Table daran, dass in den unterschiedlichen Investmentrunden darum geht, das Risiko für deine (zukünftigen) Investor*innen abschätzbar zu machen.

Gerade in der Pre-Seed Phase, wo erstmal einfach eine Idee besteht und noch nicht viel mehr, ist das Risiko, das dein unternehmerisches Vorhaben nicht so funktioniert wie geplant, extrem hoch. Dessen Risiko sind sich auch potenzielle, professionelle Investorinnen und Investoren bewusst. Überzeuge sie davon, dass deinem Gründerteam weder die Luft noch die Lust aus- oder vergeht.

Startups, die es bis in die Seed-Phase geschafft haben, haben nun zum ersten Mal etwas Luft im Rücken und müssen nicht mehr jeden Rappen spalten. Hier haben die Gründer*innen einen Lohn und können sich darauf konzentrieren, ein Team und ein Unternehmen aufzubauen. In dieser Phase musst du mit deinem Team beweisen, dass wirklich etwas verkauft werden kann. Zeige, dass dein Unternehmen auf einem Geschäftsmodell basiert, das skaliert.

In der Series A Phase – in welcher meist ein VC ein Investment in das Unternehmen tätigt – dreht sich alles darum, zu skalieren – und zwar schnell! In dieser Phase geht es also meist um sehr viel Geld. Mit einer ordentlichen Cap Table behältst du den Überblick und bist gut vorbereitet.

Ob VC’s oder Angel Investorinnen und Investoren: So oder so sollten sich Startups ihre Geldgeber*innen sorgfältig aussuchen, denn mit deren Eintritt und Mitmischen werden die zukünftigen Weichen des Unternehmens gestellt. Dabei kommt es darauf an, was das Startup will und welche Ziele das Unternehmen in Zukunft erreichen will.

Wer beispielsweise ein internationales B2B Unternehmen aufbauen will, sollte darauf achten, einen VC zu gewinnen, der über internationale Verbindungen verfügt und diese auch einbringen wird, wenn es darauf ankommt.

Tech-Startup Funding Guide

Als Entrepreneurs und Venture Builder haben wir bereits unzählige Tech-Startups aufgebaut und auf ihrem Weg begleitet. Dabei haben wir fleissig alle Erfahrungen gesammelt, welche es zu machen und zu vermeiden gilt – allem voran haben wir aber viele Finanzierungsrunden erfolgreich abgeschlossen.

Wir wissen, wie man ein Startup «investierbar» macht. Und wir helfen dir gerne: Vom kostenlosen eBook bis zum individuellen Coaching bieten wir für alle Digital Tech Startups Unterstützung an.

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4 Faktoren, die entscheiden, ob dein MVP erfolgreich wird diginlab

4 Faktoren, die entscheiden, ob dein MVP erfolgreich wird

Seline von Bergen

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Seline von BergenBy Seline von Bergen15. November 2021In Venture Builder

Die Zeiten, in denen Startups lange im Geheimen an einer Geschäftsidee getüftelt und das perfekte Produkt gebaut haben, sind vorbei. Anstatt nach einem langen Produktentwicklungszyklus an den Markt zu gehen, führen Startups und innovative Unternehmen heute bereits einen sehr frühen Markteintritt mit einem sogenannten Minimum Viable Product – kurz MVP – durch, damit die richtigen Bedürfnisse der Kund*innen gleich von Anfang an adressiert werden können.

 

Wer einen MVP bauen und einsetzen möchte, ist also grundsätzlich auf dem richtigen Weg. Allerdings machen dabei viele Gründer*innen immer wieder einen grossen Fehler: Sie konzentrieren sich mit ihrem Team und ihren Ressourcen zu sehr auf die technische Implementierung und verlieren dabei andere, wichtige Faktoren aus den Augen.

 

Oder sie vergessen sie sogar – und wundern sich dann, warum ihr MVP am Markt nicht angenommen wird. Das Ergebnis: Falsche Rückschlüsse werden gezogen, das Projekt MVP gilt als gescheitert, innovative Produkte oder Produkt-Features kommen nicht an den Markt.

 

Und das, obwohl die Welt vielleicht DOCH gerade darauf gewartet hat – nur halt eben in einer etwas anderen Form, in einer Verpackung oder mit einem anderen Werteversprechen!

 

Damit ein Produkt oder ein einzelnes Feature von den Kunden*innen akzeptiert und auch regelmässig genutzt wird, reicht es nicht, nur die technische Umsetzung zu gewährleisten. Es müssen einige weitere Faktoren auf unterschiedlichen Ebenen beachtet werden.

 

Welche Faktoren müssen Startups bei der Entwicklung ihres MVP’s denn nun beachten?

 

Oftmals werden Minimum Viable Produkte in der Praxis im Querschnitt umgesetzt: Die Gründer*innen und ihre Startup-Teams konzentrieren sich also vor allem auf die Funktionalität ihres MVP’s. Sobald etwas funktional – und damit ist in den meisten Fällen die technische Funktion gemeint – funktioniert, wird das Produkt oder die Geschäftsidee am Markt getestet.

 

Entwickelt wird dementsprechend ein technisches Feature, dass zwar noch nicht ganz so perfekt ist wie es dann mal sein soll, aber immerhin hat der Prototyp somit schon mal konkrete (minimale) Formen angenommen. Und das reicht doch, um damit bei der Zielgruppe ein relevantes Feedback einzuholen, oder?!

 

Die Antwort lautet: Nein. Das reicht noch nicht. Denn wenn das MVP so weit ist, fängt der Spass erst richtig an. Bevor wertvolles Feedback generiert werden kann, muss das MVP zunächst noch effizient in den Markt und auf den Radar der Zielgruppe gepusht werden – und das funktioniert nicht ohne die passende Verpackung.

 

Darauf zu hoffen, dass interessierte Kund*innen einfach so an ein Werteversprechen glauben, wäre vermessen. Zu erwarten, dass bedingungslos geglaubt wird, ein Werteversprechen existiert wirklich, nur weil gesagt wird «Wenn es dann in Zukunft so weit ist, wird das dann schon funktionieren!», wäre zwar einfach – aber es entspricht schlichtweg nicht der Realität.

 

Ist die Zielgruppe generell eher misstrauisch, oder doch gutmütig? Das wissen wir nicht. Es spielt aber auch keine Rolle. Fest steht: Wer wirkliches und verlässliches Marktfeedback zu seiner Idee und seinem Produkt will, muss dafür sorgen, dass ein MVP als Gesamterlebnis getestet werden kann.

 

Das bedeutet also, dass trotz dem «Minimum» ein MVP gebaut werden muss, welches einerseits funktional, andererseits aber auch verlässlich und nutzbar ist und irgendwo auch Emotionen vermittelt. Und zwar genau so, dass der oder die Kund*in Vertrauen schöpft, dass das Werteversprechen, für das er oder sie – in welcher Form auch immer – bezahlt, auch effektiv ausgeliefert wird.

 

Wenn wir einen perfekten MVP bauen wollen, um wichtige Kernfunktionen am Markt unter realen Bedingungen testen zu können, müssen wir also einen guten Mix aus allen Aspekten finden, die ein gutes und glaubenswürdiges Produkt ausmachen.

 

Startups sollten bei der Entwicklung ihres MVP’s dementsprechend folgende 4 Aspekte beachten:

 

  1. Funktionalität:

Um die Funktionalität eines Prozesses sicherzustellen, müssen die Bedürfnisse der Nutzer*innen bekannt sein. Diese äussern sich zunächst in Aktionen, die der oder die Nutzer*in mit Hilfe eines digitalen Produktes durchführen möchte. Erst wenn die Absicht dahinter klar ist, wird die Kernfunktion in einen sinnvollen, digitalen Prozess übersetzt. Denken wir an einen Onlineshop, ist ein typisches Bedürfnis, die angebotene Ware zu kaufen. Die Aktion ist der Erwerb der Ware. Somit ist die Kernfunktion folglich der Check-out Prozess. Technisch gesehen ist klar, was zu tun ist. Jedoch wird diese Definition alleine noch zu keinem guten Ergebnis führen…

 

  1. Vertrauenswürdigkeit & Zuverlässigkeit:

Vertrauen zu schaffen und den Nutzer*innen ein gutes Gefühl zu vermitteln ist mehr als nur nötig. Die Nutzer*innen möchten Sicherheit – bspw. erwarten sie, dass der Shop einen seriösen Eindruck hinterlässt und der Einkauf reibungslos funktionieren wird – und sie benötigen dementsprechend zusätzliche Informationen über Lieferfristen, Rückgabekonditionen, Zahlungsmodalitäten, Lieferanten usw., die in den Prozess integriert werden. Vielleicht wecken Bewertungen von anderen Käufer*innen, Qualitätssiegel oder eine mögliche Kontaktaufnahme mit dem oder der Verkäufer*in ein gutes Gefühl während des Prozesses. Erst wenn während der gesamten Transaktion ein gutes und sicheres Gefühl authentisch vermittelt werden konnte, kommt es in der Regel zu einem Abschluss. Es gilt also herauszufinden, welche Informationen während der Transaktion Vertrauen schaffen – und welche davon unabdingbar sind.

 

  1. Nutzbarkeit:

Ein MVP muss «intuitiv nutzbar», also vor allem «einfach» sein. Voraussetzung hierfür ist, dass die Fähigkeiten und mentalen Modelle der Nutzer*in bekannt sind und berücksichtigt werden. Denken wir wieder an den Check-out Prozess: Wenn den Shoppenden alles zu kompliziert oder nicht ausreichend verständlich erscheint, fühlen sie sich verunsichert. Das Ergebnis: Die Transaktion wird mit hoher Wahrscheinlichkeit abgebrochen. Damit würde uns der Test mit dem MVP eigentlich zeigen, dass die Menschen kein Interesse daran haben, online einzukaufen. Aber stimmt das auch wirklich? Wohl kaum!

 

  1. Emotional Design:

Die Frage wann und wie in einer Kundin und einem Kunden Begeisterung ausgelöst werden kann, kann (leider!) nicht pauschal beantwortet werden. Handelt es sich um einen Shop, lassen sich die Shoppenden allenfalls von einer termingerechten Lieferung, Rabatt-Aktionen oder einem einfachen Rückgabeprozess begeistern. Klar ist, dass Begeisterung nicht ohne Feedback der Nutzer*innen fassbar ist. Sie kann nicht einfach an einem Whiteboard entworfen werden. User Research ist nötig, um allgemeine Annahmen in ein wirkliches, tiefgreifendes Verständnis umzuwandeln.

Funktionalität, Vertrauenswürdigkeit & Zuverlässigkeit, Nutzbarkeit und Begeisterungsfähigkeit: 4 Faktoren, die entscheiden, ob dein MVP erfolgreich wird
Funktionalität, Vertrauenswürdigkeit & Zuverlässigkeit, Nutzbarkeit und Begeisterungsfähigkeit: 4 Faktoren, die entscheiden, ob dein MVP erfolgreich wird

Verdeutlichen wir zum Abschluss das theoretische Gerede und die Grafik anhand eines Beispiels: Nehmen wir an, ein Startup möchte eine App entwickeln, mit der Nutzer*innen in Zukunft ganz einfach Bitcoins kaufen können.

 

Mit einem MVP soll getestet werden, ob die Menschen überhaupt ganz einfach Bitcoins über eine App kaufen und verkaufen wollen oder nicht. Das Team entschliesst sich dementsprechend dazu, einen minimalen Single Feature MVP (Siehe auch: Die 5 wichtigsten MVP-Arten für Startups) zu bauen, mit der einfachen Funktion «Bitcoins kaufen».

 

Obwohl dieser Prototyp den minimalen Funktionsgrad eigentlich erfüllen würde, reicht das alleine aber noch nicht aus: Es braucht mehr, dass die Menschen diese App downloaden und nutzen.

 

Erstens muss die App auch verlässlich sein, resp. sie muss das Gefühl vermitteln, dass das Geld der Nutzer*innen sicher ist und ihr digitales Portemonnaie nicht einfach wieder verloren geht (–> Vertrauenswürdigkeit & Zuverlässigkeit).

 

Zweitens müssen die User*innen die App im Alltag auch nutzen können, das heisst, sie müssen ihre gekauften Bitcoins auch in möglichst wenigen Schritten (wir erinnern uns, das Werteversprechen des Startups lautet ja «ganz einfach») wieder in CHF umtauschen können (–> Nutzbarkeit).

 

Und damit die Nutzer*innen in irgendeiner Art und Weise zudem einen emotionalen Bezug zu der App entwickeln können, müssen sie beispielsweise sehen, wie viel Gewinn sie mit ihren Bitcoins (im Vergleich zu CHF) in den letzten Monaten gemacht haben, oder was sie hätten erreichen können, wenn sie schon vor einem Jahr mit ihrem investierten Geld Bitcoins gekauft hätten (–> Emotional Design).

 

Dieser konzipierte Wow-Effekt trägt im ersten Moment vielleicht nicht so viel zur genannten Value Proposition bei, aber im Gesamtpacket der auf die Kernfunktionen reduzierten Produktgestaltung kann das einen enormen Einfluss haben, weil so die Nutzer*innen immer wieder einen Blick in die App werfen.

 

Wenn all diese Aspekte – Funktionalität, Vertrauenswürdigkeit & Zuverlässigkeit, Nutzbarkeit und Begeisterungsfähigkeit – berücksichtigt werden und deren Faktoren die Zielgruppe auf den genannten 4 Ebenen zufriedenstellt, dann hat das MVP das Potenzial, dass sich die Zielgruppe darauf einlässt und die MVP-App testet und nutzt.

 

Und wenn das erreicht werden kann, dann wird echtes Feedback generiert. Im besten Fall zeigt sich Begeisterung, im schlechtesten Fall hagelt es Kritik. So oder so ergeben sich wichtige Learnings, die für das Startup zukunftsweisend sind.

 

Abschliessend kann gesagt werden, dass ein MVP vor allem dann gelingt, wenn er nicht nur mit viel Engagement und Feingefühl, sondern vor allem auch mit viel Erfahrung gebaut wird. Startups sollten also, bevor sie zu viel Geld und Zeit verbraten oder sich auf falsche Erkenntnisse stützen, eine*n erfahrene*n UX-Designer*in sämtliche Aspekte einmal durchkonzipieren lassen.

 

Werden nach einer erfolgreichen Testphase auch noch die richtigen Rückschlüsse gezogen, steht der Entwicklung des «richtigen», voll funktionsfähigen Produkts (in diesem Fall der vollumfänglichen App des Startups) praktisch nichts mehr im Wege. Ausser vielleicht etwas Geld. Oder die passenden Software-Developers. Aber das ist ein anderes Thema. 😉

Wir bringen dein Startup mit dem richtigen MVP an den Markt – jetzt!

Wir entwickeln mit dir und für dich die erste Version deines Produktes – dein Minimum Viable Product (MVP). Mit diesem auf den Kern reduzierten Prototypen belegen wir deine Produkt- und Businessidee am Markt. Damit du bereits in rund 10 Wochen deine ersten Kund*innen glücklich machen und durchstarten kannst!

Lass uns gemeinsam loslegen und beweisen, dass der Markt für dein Startup bereit ist – und zwar mit einem echten Produkt:

Ich will mit meinem Startup loslegen!